Off trail for no particular reason – kinda nice out there…





Was natürlich in der ganzen Hektik nicht untergehen darf: der schöne Lauf vom letzten Wochendende. Auf den Lauf bin ich durch Zufall im Netz gestoßen und da es in meinem Kopf gut in die TTdR-Vorbereitung passte, habe ich mich einfach angemeldet. Struppi hat wie immer natürlich nachgezogen und so waren wir am Samstag recht früh auf den Beinen. Für den Freundschafts- und Gruppenlauf Rund um Solingen sind wir um um kurz nach 0200 Uhr aufgestanden und um 0315 waren wir im Auto unterwegs nach Solingen. Dort wurden wir mit Kaffee und Brötchen begrüßt und von Temperaturen jenseits von Gut und Böse. Sich für einen Gruppenlauf anzumelden, bei dem man keinen richtig gut kennt ist immer spannend und wir freuten uns auf viele neue Gesichter und Geschichte. Einen kannten wir dann doch – Stefan war da. Der Schock war einigermaßen groß und ich hoffe wir haben auf den ersten 50 km nicht zuviel Blödsinn erzählt und damit irgendwem schlechte Laune bereitet :).
Die Strecke war absichtlich nicht so spannend wie der Klingenpfad, aber trotzdem sehr schön. Die Orga top und die Verpflegungen super. Vielen Dank an alle die daran mitgewirkt haben – schönes Dingen. Gewünscht war ein langsamer und gemütlicher Test über 100 km und genau das ist es geworden. Bei perfektem Wetter, wenn man mal davon absieht das es die ersten 3 Stunden verdammt kalt war.
Neue Leute durften wir auch kennen lernen und Geschichten haben wir viele gehört. Und was für welche… An manchen Stellen sollte man vielleicht besser schweigen. Wir haben gelernt, dass die eine Hälfte der Leute bei der TTdR am Start ist und ein paar der Leute auch in Iserlohn wieder zu uns stoßen werden. Alles beim Alten also. Wichtige Treffen wurden verabredet (wir haben mit Verena ein Gummibärchen-Date bei der TorTour) und wichtige Dinge über das Laufen haben wir auch gelernt (der schlimmste Feind des Ultras sind die bösen Wurstfinger :D).
Schön wars – ein paar erste Bilder findet ihr hier. Vielleicht werden die noch von Struppi ergänzt.






Wer sich schon immer gefragt hat was die perfekte Geschwindigkeit ist – hier ist die Antwort:

In Gedanken im Frozen Head State Park in Tennessee, USA. Über die sozialen Medien wurde heute verbreitet, dass es nach keinem Finisher in 2015, im Jahre 2016 wieder einen Läufer gibt, der es tatsächlich geschafft hat. Jared Campbell ist zudem der erste Finisher der es 3 Mal geschafft hat. Es bleibt eine unfassbare Leistung.
Der Kampf eines jeden Teilnehmers dort erinnert daran, dass es wichtig ist die eigenen Grenzen sehr genau einschätzen zu können, dass es keinen Grund braucht sich auf eine unmögliche Reise zu begeben und das es keine Schande ist, das Unmögliche zu verfehlen.
To be out there just because you thought it might be a brilliant idea is the key on the way to find happiness.
Mit dem „Shört“ am Hengsteysee ne Runde drehen. Unbezahlbare Blicke der Fußgänger, die versuchen sich einen Reim darauf zu machen, was wohl die Tortour de Ruhr sein mag. Und dann plötzlich: „Hej, darf ich dich kurz stören?“ Ein Rennradler unterwegs am See. Wie es sich herausstellte auf Streckenerkundung. „Samma kannste mir sagen, wo der Start der 100 km Läufer ist?“. Klar konnte ich: „Da auf der anderen Seite des Sees beim Freibad.“ Ein paar schöne Minuten quatschen in der warmen Sonne am See. Es liegt was in der Luft – nur noch ein paar Wochen… Ich bin auch kein Stück der Strecke in richtiger Richtung gelaufen; wer weiß – vielleicht bringt das Pech ;)!
Jeder Läufer kennt diese Phasen. Es läuft nicht wie gewünscht. Sei es eine Krankheit, eine Verletzung, oder schlicht und einfach das Leben, welches das Laufen in den Hintergrund treten lässt. Es gibt diese Wochen, nach denen man auf die Liste schaut und denkt: diese 100 km waren leicht und sind wie um Flug zusammen gelaufen gewesen. Und dann gibt es Wochen, da fällt es aus unterschiedlichsten Gründen schwer überhaupt auf ein paar wenige Kilometer zu kommen.
Zeit sich zu entspannen. Sich daran zu erinnern, was das Laufen eigentlich bedeutet. Das die Läufe und die Ziele zwar wichtig und wundervoll sind, es aber ganz im Kern auf etwas anderes kommt. Die Kraft der unzähligen wunderbaren Momente und Begegnungen die das Laufen schenkt, diese ursprüngliche Freude daran unterwegs zu sein. Dafür braucht es keinen Grund und keine Ziellinie – der Zauber liegt in den einfachen Dingen.
Zeit, über die wundervollen Momente, die witzigen Gespräche und die atemberaubenden Momente vergangener Läufe nachzudenken. Im Rückblick betrachtet wirken sowohl die schweren und eindrucksvollen Läufe, als auch die kleinen Runden im Wald irgendwie unwirklich. Weit weg und doch so bezaubernd nah. Die Erinnerung an all die Sonnenaufgänge allein in diesem Jahr, die Momente in denen man vor Staunen über die Schönheit der Umgebung stehen bleiben musste, die unendlichen Dünen in den Niederlanden, der Moment bei km 97 wieder am Meer zu sein, jeder Schritt diese Düne hinunter ist noch im Kopf als wärs gestern gewesen, der Moment am Bahnhof nachdem es geschafft war – ein Gefühl voll Wehmut, Leere und Erschöpfung… Eine unendliche Reihe wunderbarer Erinnerungen.
Überhaupt ist der Moment in dem es geschafft ist ein ganz eigenartiger. Auf den letzten Metern vor dem Ziel scheint die Zeit und die Umgebung nicht mehr wichtig. Mir wird dort oft bewusst, wie klein und unwichtig das eigene Tun doch ist. Der Wunsch anzukommen ist vermischt mit einer großen Trauer und Wehmut, dass es vorbei ist. Unabhängig vom Grad der Erschöpfung. Jens Vieler hat es im Wüstenläufer gut beschrieben – ein kleiner Teil sagt: dreh um, lass es nicht enden. Gerade auf längeren Distanzen liegt eine große Portion Dankbarkeit mit in den Gefühlen. Gegenüber den Helfern, der Strecke, den Bedingungen, den Mitläufern. Kleine Sachen hätten es scheitern lassen können und doch ist mal wieder alles gut gelaufen. Das Gefühl ist bei mir vergleichbar mit dem Moment während eines Urlaubs das letzte Mal an den Strand zu kommen und das Meer zu sehen. Man möchte sich setzen, den Wellen zuhören und nicht mehr wieder gehen. Bezaubert vom Augenblick über alles in Ruhe nachdenken. Ein Moment zum Träumen, ein absolut zeitloser und wehmütiger Moment. Und dann geht es doch ab unter die Dusche. Auch schön.
Es bleibt einfach dabei – es ist nicht meine Distanz. Diese 42,195 km sind einfach nicht ohne Training flott zu laufen, wie die Distanzen darunter. Und in gemütlichem Tempo ist Marathon auch zu komisch (es sein denn es ist der mAMa oder ein anderer Gruppenlauf). Die Erkenntnisse nach meinem nun 15. Marathon fallen der Laufleistung entsprechend bescheiden aus:


Es war bis auf das Ende ein toller Tag. Schön mit Lukas und Alex unterwegs gewesen zu sein. Schön das die echten Läufer es der Schnecke heute gezeigt haben. Das beruhigt – alles wie es sein muss. Glückwunsch an euch beide, besonders an Lukas für den 1. in der AK und den winzigsten Pokal auf dieser Erde :). Ob ich noch einmal begleiten werde – … Da der ATG zwar zwei Läufer unter den ersten 10 zu bieten hatte, aber keinen dritten mit dabei hatte und ich auch sonst keine 3 Läufer eines Vereins unter den ersten 40 ausmachen konnte, sollten wir den LTB Aachen würdig vertreten haben.
Man sollte immer genau aufpassen was man so zu wem sagt. Sätze die herausfordernd mit: „Wenn du mir das Startgeld zahlst und mich hinfährst“ anfangen sind, auch wenn sie im Scherz geäußert werden, verhängnisvoll. Es kann so zum Beispiel passieren, dass man sich einen Marathonstartplatz erscherzt. Marathon – diese komische Distanz. Zugleich der Beginn der ernsthafteren Lauferei 2007 und damit positiv besetzt, wie auch etwas, zu dem mittlerweile völlig die Beziehung fehlt. 14 Marathons stehen in der Liste und das auch nur wenn man die beiden selbst veranstalteten mitzählt. Eine Bestzeit von 3:21:26 gelaufen beim ersten Marathon (was Angst und Tempotraining doch bewirken können) und danach stetig langsamer geworden. Von 14 gelaufenen Marathons vielleicht 6 mit der Ambition gelaufen ein ordentliches Ergebnis zu erlaufen. Aber auch auf der Distanz gab es dann mit der Zeit die Tendenz das Laufen mehr zu geniessen (auch weil mir das Laufen in der Nähe von 100 % auf 42 km immer Schwierigkeiten mit dem Kreislauf bereitet hatte), mit jemandem zusammen zu laufen, oder eben selber einen matschigen Marathon als Gruppenlauf anzubieten. Tendenz fallend also. Ein echter Freund mit echten Zielen was diese Distanz angeht war ich nie und werde ich auch wohl nicht werden. Das Laufen auf den längeren Distanzen, wo langsam aber sicher das Ziel anzukommen immer höhere Priorität hat bereitet einfach mehr Spaß, das Laufen zu Zweit oder in der Gruppe ohne ständig auf die Uhr zu schauen ist sehr angenehm. Marathon mittlerweile das, was irgendwann auf der Uhr passiert und nachdem das Laufen aber meist noch kein Ende hat. Eine virtuelle Marke in der schönen Landschaft da draußen.
Und trotzdem gibt es einige Fragen zu klären:
Es wird also spannend in 10 Tagen. Irgendwie freue ich mich doch drauf! Es bleibt einfach eine komische Distanz.
27.02.2016
Mal keine Bilder. Nicht das die 72 km Rund um Solingen auf dem Klingenpfad keine Motive hergeben würde – ein sehr schöner Rundwanderweg: Brücken, Wasserfälle, schöne Aussichten, malerische Täler… Ideal für eine Trainingsrunde in Begleitung von Max, den ich 2007 in Vorbereitung auf unseren jeweils ersten Marathon kennen lernen durfte. Schade das der Kontakt danach verloren ging, um so schöner, dass heute mal Zeit war Pläne auszutauschen und Geschichten zu erzählen. Es gab die üblichen Hochs und Tiefs die eine solche Distanz mit sich bringt und die Cola auf dem Minigolfplatz bei km 50 konnte so einiges. Mehr sei dazu nicht gesagt. Lediglich zwei Beobachtungen sind noch festzuhalten:
Aus irgendeinem Grund neige ich dazu, sämtliche Strecken mit einem Asphaltanteil von mehr als 10 % als reine Asphaltstrecke zu bezeichnen. Heute gab es wieder so eine gnadenlose Streckenführung:











„An einer Stelle musste ich kurz ‚Wegen folgen‘ ausstellen“






Da werden Erinnerung an die Nachtausgabe des Pussy-Runs wach.
Gestern sind wir mit 16 Läufern die 2. Ausgabe vom mAMa gelaufen und die mAMa – Seite ist jetzt aktuell mit Bericht, Fotos und Videos und kann jetzt wieder für ein Jahr ruhen. Hoffentlich gibt es dann den mAMa Nr. 3 – wir werden sehen.
Die Arbeit lässt das Laufen momentan kaum zu, aber die ersten 500 km TorTour de Ruhr Vorbereitung sind immerhin schon gelaufen, inklusive 2 Läufen mit je 100 km. Einmal war es der NordEifelUltra inkl. Hinweg und dann natürlich der Dutch Coast Ultra Run by Night.
Mal sehen wie es so weiter geht.
