SHBM 2018 – ein echter Vilvo

Oha. Ich meine: echt jetzt? Was war das denn? Ok, es war nach langer Zeit mal wieder ein Lauf mit Vilvo. Vielleicht bin ich einfach schwach geworden. Dazu kam – ich war denkbar schlecht vorbereitet. Ich hatte zwar die Ausschreibung für den „Stronghearted Brave(wo)men“ überflogen, mir aber die Videos zu dein beiden Einzelstrecken nicht wirklich angeschaut. Die Videos der Tag-Varianten hätten mich sicherlich besser vorbereiten können.

Nun ja – nichts zu machen. Nach der Arbeit schnell umgezogen, etwas Wasser in den Rucksack und die Stirnlampe auf. Es sollte ein recht teilnehmerschwacher Lauf werden. Genau genommen standen nur Stefan und ich auf dem Parkplatz „Drei-Kaiser-Eichen“ an der Jägerhausstraße zwischen Raffelsbrand und Zweifall um 1930 Uhr bereit. Die Nacht vor dem Feiertag galt es zu nutzen. Und wie das gelungen ist.

Das Wetter war stabil und ideal zum Laufen. Um die 10 Grad Celsius und lediglich auf den seltenen freien Stücken etwas zugig. Die Strecke war als „acht“ angelegt. Der Parkplatz als zentrales Element auf dem Verbindungsstück zwischen den beiden Trails: „High Noon am Glockenofen“ und „High Noon am Jägerhaus“ gelegen konnte damit nach 27,5 km der postulierten 51,5 km als kurze Verschnaufpause und Nachfüllstation verwendet werden. Sehr praktisch. Zu viel zur Strecke sei an dieser Stelle nicht gesagt. Das Video von Stefan wird sicher nachher alles Gesehene in den Schatten stellen und genug verdeutlichen was da wirklich passiert ist in diesen über 10 Stunden. Es waren einige wenige laufbare Passagen dazwischen und trotzdem war nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 5 und 6 km/h möglich. Wunderbare Trails waren zu laufen – teilweise neu und teilweise bekannt. Die Kombination der Laufgegenden im Kopf des Pfadsucher hat das Bild der Gegend und den Horizont in jedem Fall erweitert. Reden müssen wir aber über die gefühlt mindestens anderen 50 % der Strecke. :D. Wir hatten es mit „Wegen“, „“Wegen““ und „““Wegen“““ zu tun. Und mit „“““WEGEN““““. Unfassbar. Alles ab „“Wegen““ darf für den Otto-Normal-Trailer getrost als querfeldein verstanden werden.

  • Minutenlang in 2-Meter-hohem Farn regelrecht festgesteckt. Nachts. Im Nichts.
  • Minutenlang in 2-Meter-hohem Farn mit 1-Meter-hohem versteckten Brombeergebüsch festgesteckt. Die Beine mit einem Ruck dort heraus zu ziehen – unbezahlbar.
  • Halb-Stunden-lang durch mit hohem Gras bewachsene, von Wildschweinen und schwerem Gerät bearbeitete Waldschneisen gekämpft. Bei jedem Schritt war die Bodenhöhe um 0,5 bis 1 Meter unterschiedlich. Bei JEDEM Schritt. Besonders erfreulich waren die umgestürzten und eingewachsenen (versteckten) Bäume und Äste. Wenn man da mit Wucht zwischen die Zweige tritt und dann hüfthoch im Baum steht – genial. Ein Königreich für 3 km/h.
  • Endlose Weiten von Chaos und halb-bewusstlosem Vor-Sich-Hin-Stapfen. Muss man einfach lieb haben solche „Zustände“.

Es hat wirklich sehr viel Freude gemacht. Wir haben uns gut verstanden und genossen etwas genießen zu können, von dem 99,9 % der Menschen und 99 % der Läufer einfach nur entsetzt wären. Insgesamt war es für den Kopf dann oft sehr kompliziert und eine gute Übung für die mentale Stärke. Auch wenn man sich zwischendurch so fühlt als befände man sich mitten in einem Mensch-Ärger-Dich-Nicht Spiel mit nur einer Figur und es gibt keine Zielfelder in der eigenen Farbe. Und auf dem Würfel sind nur Einsen. Und man wird dauernd rausgeworfen. Man muss stets versuchen das Positive sehen.

Die Wenigsten werden dieses Erlebnis haben. An manche Stellen der Strecke wird nur höchst selten überhaupt ein Mensch gelangen. Danke Vilvo für diese eindrucksvolle Nacht.

Salamander-Taktik: still sitzen bleiben – vielleicht geht es von selbst vorbei!

Falsche Richtung!

Die Strecke im Detail:

 

Die Daten des Laufs: anders als die Fenix 2 es Strava glauben machen will – es waren zwischen 54 und 55 Kilometer und wir waren 10h15min unterwegs. Haben uns also zu einem bravurösen 5,X km/h Schnitt durchgekämpft. Klingt einfach, war es aber nicht.

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
10:15:15 09:04:23 56.76 6.26 15.48 1,110.00
hours hours km km/h km/h meters

Und hier ist das Video:

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Die Leichtigkeit des Seins.

Es ist eine schöne Stelle. Man tritt nach dem langen Trail des Külfs das erste Mal wieder so richtig aus dem Wald heraus. Auch die längste Dunkelheit weicht in diesem Moment. Der erste Teil der Straße bergab führt zwar noch durch Bäume, doch dann erreicht man das Feld. Es wird wieder etwas heller und die Weite ist zurück. Befreiend nach den engen Kilometern davor. Befreiend und entmutigend. So weit noch zu laufen.

Jedes mal frage ich mich, warum das Gras so hoch steht auf diesem Weg. Es ist unfassbar anstrengend sich dort durch zu kämpfen. Und immer ist es nach der Nacht noch nass. Am anderen Ende wartet dann aber endgültig der Asphalt. Seicht bergab bis zur Straße. Und hinter dieser Straße ist der VP. Mir ist leicht ums Herz. Es ist vorbei. Die Entscheidung steht eigentlich schon seit Stunden. Es war natürlich Unsinn, den schwersten Trail des Laufes noch mitzunehmen – aber ich wollte es dann doch durch die Nacht schaffen. Das Licht wiedersehen und den 24 Stunden nahe kommen. In der Ruhe dieses schönen Morgens ist es dann leicht zu sagen: es ist genug. Für ganz bis zum Ende hat es dieses Mal nicht gereicht und das ist völlig ok.

STUNT100 2018 – weites Land!

Diesen Kilometer bergab denke ich an nichts anderes als an den warmen Kaffee dort unten, an ein paar Stunden Schlaf und auf die Freude meine tapferen Kameraden dann frisch geduscht im Ziel begrüßen zu können. Erschöpft lasse ich mich in den Campingstuhl sinken – es ist ja das letzte Mal für heute. Der Kaffee schmeckt hervorragend. Und die Erschöpfung darf jetzt voll zuschlagen. Es gibt ja nun nichts mehr zu tun. Ich verabschiede meine treuen Kameraden. Wir hatten tolle 24 Stunden zusammen in den Wäldern und Feldern rund um Sibbesse. Aber es ist Zeit Abschied zu nehmen und es ist schön zu sehen, wie sie wieder anlaufen – ihren Finisher-Sternen entgegen. Hansi ruft an und spricht kurz mit Karsten – irgendwas tut sich im Ziel: die Sieger nähern sich. Der zweite Kaffee schmeckt wunderbar.

STUNT100 2018 – nichts für Ungelenkige

Aber wo bleibt die bleierne Müdigkeit? Warum wird der dumpfe Schmerz im System nicht wie sonst am Ende des langen Laufens größer? Ich schaue auf die Hügelkette voraus. Dahinter liegt Sibbesse. Das Ende von Runde 3 und, nach weiteren 21 km, das Ende des Rennens. Sollte die Antwort tatsächlich erst dort liegen? Ich stehe auf. Es tut nicht weh und geht einigermaßen flüssig. Ich greife nach meinem Rucksack. Ein seltsames Gefühl. Zeit zu gehen.

´A walk in the park´- DCURbN 2018

I am not exactly sure about that ´walk in the park´-thing. It is correct that we walked some parts of the track – but this park? I mean, seriously? A bit huge for a park in the Netherlands, or? Maybe I just got it wrong? One does always come back with more questions from the Dutch Coast Ultra Run by Night then there were before the run.

Jacky and me took the train from Aachen to Den Helder – tradition is tradition. The whole dutch coast ultra runners arrived and many hands were shaken. When you sign up for such a race for the third time in a row you know a lot of people. Such a nice and warm welcome :). Thank you dutch coast ultra family :)!

One can not say it too often: special thanks to Ferry, Rinus, Ron and all the other helping hands – you do organize a great race and judging the FB reactions I am not the only one with these feelings! When I understood it correctly: there is even a chance for a 2019 edition – perfect. Before the race I was afraid that it might be the last torture this year.

Marc, who thought would run his first ever 75k run, arrived together with his supporter Axel from the north of Germany. The three of us decided to run together as long as it would work out. At 10 o’clock in the evening the race started in Den Helder. I think I don’t have to describe the route too much, as there are plenty of information about that already posted on this blog here, here, here and here. It turned out that our group worked perfectly. We found a pace comfortable for all of us and really enjoyed this perfect night. The conditions were easy: no wind, half-moon, nothingness… We ran for hours at the beach without any light necessary, talking, thinking, laughing and being really tiny at this endless beach. At one point the moon decided to take a bath in the ocean… Some attempted to join our trio, but with most of them the pace didn’t match for a longer time. Especially this one was pretty lazy…

DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km1

After 5:40 hour we arrived at the first real checkpoint at km 50. We enjoyed some minutes in the warmth, had coffee and tea, met Axel and finally decided to continue.

A bit slower we continued with the second part of the race: km 50 to 75 with the long period running in the orange colored habor of Ijmuiden. Always strange to run there. Never sleeping, ever glowing, always under construction – feels like a different planet.

During the last kilometres on our way to checkpoint km 75, Marc did something strange. As if the spirit of the run changed him: he decided to upgrade. Maybe he thought first-time-75-in-his-live would sound even nicer with a 100 in there?! Who knows. With Axel switching from supporting to running and some other racers joining and leaving again we did the last 25k – aka the dunes – in a pack of 5-7 runners.

It was beautiful, stunning, amazing, exhausting, demanding, difficult, hard, never ending, scratchy and it was wet:

DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km10DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km11DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km12DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km13DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km14DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km15DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km16

Thanks again Ferry: especially the changes during the last kilometres of the race made us laugh and cry at the same time – amazing selection!

As in 2016 and 2017 it took almost all given time (13:51 h out of 14 h time limit) to finish the Dutch Coast Ultra Run by Night (and day). Although the weather sticked to the ´walk-in-the-park´ motto of this years edition – it remains a challenge to finish. But we made it. And we made it together. It was the third official 100k for Jacky, it was Marcs first 100k ever. And he did it just like that and out of nothing. Not a single complaint. Impressive! His longest distance before was 60something. I still wonder what made him continue at the lovely breakfast location aka km 75/finish.

For me it was DCURbN #3. I did it in 13:01, 13:50 and now 13:51 hours in 2016, 2017 and 2018. Looks like I might not be able to do it a fourth time within the 14 hours time limit…

We will see.

NordEifelUltra 2018 (mit Hinweg)

Wie schon im Jahr 2016 hatten wir uns auch letzten Sonntag für die etwas längere NordEifelUltra-Variante entschieden. Das wir mit den Jahren beträchtlich langsamer werden, sieht man deutlich am geänderten Plan: statt wie damals erst zur doch recht humanen Uhrzeit von 0430 in Aachen loszulaufen, ging es in diesem Jahr, wie schon beschrieben, pünktlich um 0407 los. Dafür gab es deutlich weniger Regen auf dem 38 km-Hinweg als 2016 – es war allerdings ähnlich dunkel. Auch die Anzahl der Teilnehmer für diese spannende NEU-Variante blieb merkwürdig konstant bei zwei. Manche Dinge bleiben ein Mysterium.

In Düren sind wir dann tatsächlich um 0845 (und damit die matschige Vierteln Stunde vor dem eigentlichen Start) eingetroffen – als hätten wir es geplant – und haben dort die anderen 14 Teilnehmer und unseren Gastgeber Stefan getroffen. Die Taktik für die ersten paar Stunden war für uns klar: in der Gruppe verkriechen, uns nichts anmerken lassen und uns etwas erholen. Die 56 km NEU-Strecke durch die Eifel war wieder einmal sehr schön. Da es mittlerweile unser vierter bzw. fünfter Start war ist die Runde zudem mittlerweile so vertraut, dass es kaum mehr Erläuterung zur Streckenfindung bedarf. Wieder einmal wurden wir liebevoll und fürsorglich von Ursula und Konrad verpflegt. So konnte man sich, wenn es mal etwas anstrengender wurde, immer auf die super leckeren Rosinenschnecken und den Kaffee am nächsten Stopp am Auto freuen. Oder auf eine andere der vorhandenen Leckereien.

Die Gesellschaft und die Gespräche waren wie immer vorzüglich. Alle 17 von uns sind auch wohlbehalten wieder in Düren angekommen. Die Laufzeit betrug 8:14 h. Stefan hat auch dieses Mal die Momente zwischendrin genutzt und hat ein schönes Video vom Lauf gezaubert. Und auch der Flussläufer Jörg hat bei seinem neuen Start unterwegs ein paar Bilder und Worte aus dem Matsch gezogen. Vielen Dank an Stefan und seine Eltern – es war wieder ein toller Tag in der Nord-Eifel!

Für uns standen am Ende mit Hinweg genau 13 h mit 96 km auf der Uhr – ein schöner Jahresbeginn! Und auch der Rur konnten wir schon das erste Mal in 2018 „Hallo und bis bald“ zurufen.

Durch den Sturm Anfang des Jahres hat es doch einige Bäume erwischt und so sah der NEU an einigen Stellen recht kahl aus:

Winterlauf 2017

Wir müssen diesen Trail am Fluss sicher schon ein dutzend Mal zusammen gelaufen sein. Wir kennen und schätzen ihn beide sehr. Und dann passiert es. Vielleicht lag es daran, dass wir, unerklärlicher Weise, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen den gleichen Trail entlanggestiefelt sind; vielleicht auch daran, dass zarter Graupel den Boden genau so bedeckt hatte, dass die sonst verborgenen Pfade ob ihrer leicht dunkleren Farbe sichtbarer werden oder aber es lag daran, dass der erschöpfte Körper dem Kopf ein paar hübsche, aber nicht reale Bilder zum Zeitvertreib gesendet hat: da war er. Links vom Trail ging ein kleinerer Pfad den Abhang runter und endete im … Aber da war noch mehr: genau dahinter begann eine der vielen in den Wald geschlagenen Schneisen. Sogar in die richtige Richtung zeigend…

Ich meine: was hättet ihr getan?

ATG Winterlauf Aachen 2017 Inde Trail Pfadsucher

Auch in diesem Jahr lässt sich der Winterlauf (Aachen´s härtester Winterlangstrecken-lauf) in zwei Phasen teilen. Auf den ersten knapp 30 km ist die Strecke sehr abwechslungsreich und teilweise abenteuerlich. Da wird auch ständig varriiert – manchmal scheint es fast spontan und „live“ wie das Rennen geleitet wird. Die Strecke ist aber so schön, dass man komischer Weise nie jemanden der anderen mehreren hundert Starter trifft.

Vor den letzten 18 km ist ein Bruch im Rennen. Man hat eine Art Sammelpunkt erreicht, kann an seine Dropbacks und sich mit einer Zusatzschicht Kleidung (irgendwie immer rot/weiss) und einem frischen Sack Verpflegung ausstatten. Bitter nötig für die oft heiss/kalten, verschwitz/klebrig/fusseligen letzten 18 km. Dafür ist der Support einmalig und um Längen besser als auf dem ersten Abschnitt.

Ist das Ziel erst erschöpft erreicht stellt man meist fest: es gibt einfachere 50 km-Strecken und sehr viel einfachere Bedingungen. Wir werden echt zu alt für den Mist :).

NETT 2017

Bei der Durchsicht der Laufdaten der letzten Jahre ist mir aufgefallen, dass die NETT, also die NordEifelTrailTour von Stefan, echte Tradition ist. Seit 2014 gehörte er jedes Jahr mit dazu – und so war es auch gestern wieder Zeit nach Gey zu fahren um die mehr oder weniger altbekannten, mehr oder weniger vorhandenen Pfade unter die Trailschuhe zu nehmen.

Dieses Jahr war das Wetter so richtig nach Stefans Geschmack und zu siebt haben wir trotzdem einen Geschwindigkeitsrekord auf den Schlamm gezaubert. Diesmal 44 Kilometer in 6:14 h.

Stefans Video findet ihr hier!

NETT.Trailrunning.Nordeifel.Outdoor.Vilvo.4

Das war also der vierte Streich – immer wieder NETT!

Mit dem ersten Zug nach Langerwehe

Der Mensch mit dem Rucksack und dem Shirt einer Metalband? Vermutlich ’noch‘.

Die Menschen auf der Bank, die gerade von der Polizei kontrolliert werden? ‚Noch‘ – das ist einfach.

Die Familie mit den Koffern? ‚Schon‘ – das ist auch einfach.

Der rauchende Mensch vor dem Bahnhof? Sieht nach Arbeitskleidung aus, also vermutlich ’schon‘ – oder es ist der Heimweg nach der Nachtschicht.

Der komische Typ, der mit dem Laufrucksack um die Ecke gehetzt kommt? Der kommt mir irgendwie sehr bekannt vor. Mit ihm bin ich hier verabredet und wenn nichts schiefgegangen ist, ist die Antwort ganz klar ’schon‘. Es ist Samstagmorgen, 03:25 Uhr – eine laue Sommernacht hier am Aachener Hauptbahnhof. Keine Ahnung, wie das schon wieder passieren konnte…

Wie konnte das nur wieder geschehen … ?

Rückblende.

Freitag, 14:42 Uhr:

Läufst du morgen?

Freitag, 15:07 Uhr:

Nicht-notwendig mit dem LTB. Du kannst also einfach was vorschlagen. 😉

Freitag, 15:38 Uhr:

Ok 0325 am Hbf (50 km) oder 0600 am Treffpunkt (1,5 h + LTB)

Freitag, 16:32 Uhr:

0325 klingt eigentlich zu merkwürdig von der Zeit her, um das
verstreichen zu lassen.

Achso. So waren wir also hierhin gekommen. Alles unter Kontrolle. Also auf in den Zug und ab in den kleinen Erlebnisurlaub. Wir hatten ja keine Vorstellung davon, wie viel wir auf unserer kleinen Reise wirklich erleben würden. Aber – so viel können wir nun mit voller Überzeugung sagen – es hat sich in vollem Umfang gelohnt, mal wieder den Zug zu nehmen.

Von Langerwehe aus ging es direkt zur Karls- und dann zur Laufenburg. Schon bevor wir dann zur Wehebachtalsperre gelangt sind, haben wir drei Mal (fast) Kontakt mit Wildschweinen gehabt (mit absteigender Spektakularität – erst haben wir sie noch gesehen, dann noch gerochen, dann nur die sehr frischen Spuren gesehen) und sind über ein Paar leuchtender Augen im Wald gestolpert.

Die Karlsburg – erbaut im Jahre 1850

Die Laufenburg bei Langerwehe – mittags zwischen 12:00 und 14:00 Uhr gibt es hier keinen heißen Kakao.

Augen in der Nacht. Bestimmungshilfe erwünscht. Ein Schmetterling, vielleicht aus der Familie der Noctuidae.

Von der Wehebachtalsperre aus konnten wir dann gleich ein kleines Gewässer abhaken. Mit ca. 180 Höhenmetern auf ein paar Kilometern war der Rote Wehebach ein netter – fast unbeabsichtigter Beifang auf dem Biberweg. Von hier aus konnten wir dann – tatsächlich zufällig – auf des Vilvos Spuren entlang des Hustle-Bach-Grabens acht Kilometer lang einem traumhaft schönen Trail folgen – zum Teil sogar als Rur-Kall-Wanderweg ausgeschildert. Wer die Gegend um die Dreilägerbachtalsperre kennt, der weiß: Dort führt kein vernünftiger Weg vorbei an Struffelt oder Eifelsteig.

 

Roter Wehebach, kurz vor der Quelle

Worte haben wir keine guten, um diesen Ausflug zu beschreiben. Bilder können das mitunter besser. Aber auch sie vermögen es nicht, das Gefühl zu beschreiben, mit einem guten Freund die vermeintlich unbequeme Option gewählt zu haben und durch und durch mit einem nachhallenden gemeinsamen Erlebnis belohnt worden zu sein. Es war schön, mal wieder so unterwegs zu sein. Darum ist meine und unsere Empfehlung an euch: Wenn ihr die Wahl habt, nehmt den Trail. Wenn ihr die Wahl habt, nehmt euch jemanden mit. Genießt.

Ziegenbart oder Korallenpilz? Genießbar oder giftig?

Wir sind nicht allein!

 

Hier waren schon vor uns Menschen.

Lass alle Hoffnung, Farn.

Hasselbachgraben, Rur-Kall-Panoramaweg

Asphaltprobe.

Power-Up!

Alle Bilder gibt es – unverzerrt – auch wieder bei Flickr.