Countdown: The Great Escape

Es ist soweit: die Laufserie der LegendsTrails-Crew startet. Insgesamt 4 Läufe gilt es zu absolvieren für ein besonderes Finisher-Präsent. Jeder der Läufe für sich genommen so schwer, dass es nur wenige überhaupt schaffen werden alle 4 zu überstehen. Aber je geringer die Chance auf Erfolg, desto mehr Spaß macht es ja auch! Weiter zu denken als von Lauf zu Lauf wäre aber dennoch Unfug. Nächstes Wochenede kann es ja auch schon vorbei sein mit der Serie :).

Nun also die Nummer 1: 100 Meilen in den von Ettelbruck (LUX) nach Maboge (BEL) der The Great Escape. Die Daten sehen recht spannend aus: 165 km hat der Track verpasst bekommen, 5500 positive wie negative Höhenmeter liegen an. Augen auf und durch also.

Zusammen mit M. will der Pfadsucher das im Team absolvieren. Schön locker los und nichts überstürzen. Nach der ersten sicherlich schlaflosen Nacht (Anreise, Einschreibung und Busshuttle) wird am kommenden Samstag um 0400 Uhr gestartet. Es gilt den ersten Tag gut Meter zu machen um sich vor der langen Nacht im Lauf ein gutes Gefühl zu erarbeiten. Wird sicher kein Zuckerschlecken/Kindergeburtstag aber wir freuen uns und wollen unbedingt finishen! Stay tuned!

Innere Schönheit

Wir wissen, Ihr sorgt Euch um uns. Wenigstens ein bisschen. Ihr fragt euch immer wieder warum wir diese längeren Strecken laufen. Ihr bezweifelt, dass das überhaupt möglich/gesund/vernünftig ist. Ihr erklärt, Ihr würdet ja viel lieber im Bett liegen als dort draußen zu sein. Lieber im Warmen bleiben. Im Zuhause bei den Lieben. Wie kann das überhaupt Spaß machen?!

Dazu ist zunächst anzumerken, dass sich die Menschen der Mittel- und Langstrecken stark voneinander unterscheiden. Es gibt die Bestien, die Übernatürlichen, die Kämpfer, die Schwätzer, die Stillen, die Emotionalen, die Abgedrehten, die Verletzten, die Sonnenanbeter, die Schwimmer, die Wettkämpfer, die Gruppenläufer, die Sieger, die Verfressenen, die Navigatoren, die Verläufer, die Finisher und noch so viele mehr. Daher ist die Meinung des Pfadsuchers natürlich höchst individuell, womöglich irrelevant und sicher eher exklusiv.

Natürlich ist das Warme, das Zuhause, die Familie, der Schlaf und das Bett verlockend in den Nächten dort draußen. Auch vor dem Aufbruch zu einem langen Lauf fragt der Kopf oft: echt jetzt? – so unbequem ist das Sofa doch garnicht! Die Kälte, der Regen, die Distanz, die Dunkelheit – all das lockt oft nicht gerade unwiderstehlich. Muss das jetzt? Wieder da raus ins Nichts? Gerade in der Zeit nach einem langen Lauf ist sogar eine gewisse Abneigung gegen Sonnenuntergänge, gegen stundenlanges Umhertrotten und all die anderen kleinen Unannehmlichkeiten vorhanden. Die Erleichterung darüber dass es vorbei ist lähmt den Körper.

Durch die zunehmenden Angebote des Live-Trackings wird die Dauer und die Distanz für die interessierten Aussenstehenden immer sichtbarer. Es reduziert all diese Dinge auf einen kleinen Punkt auf einer schmalen Linie. Das Daumendrücken wird spannender. Die größere Nähe, der gleichmäßige Fortschritt des kleinen Punktes lässt sicher an ein professionelles, gleichmäßige, geplantes und cleveres Laufen glauben. Gut so. Das mag auch manchmal hinkommen. Oft ist es anders. Oft ist es viel mehr Schein als Sein.

In den anstrengenden und dunklen Momenten ist manchmal kaum noch Sein vorhanden. In einer solchen Phase befragt wird der jeweilige Läufer die Chance auf ein Finish auf deutlich unter 0 % einschätzen. Und er ist sich dabei sehr sicher. Gut, dass kaum je einer fragt. Wer je an einem der späteren VP eines längeren Laufes war hat Körperteile in Zuständen gesehen die verboten gehören. Der Gestank ist überwältigend. Der geneigte Langstreckenläufer kann zwischen Kadaver und Konkurrent jenseits der 100 Kilometer nicht mehr eindeutig unterscheiden. Mit Glück sind grundlegende Körperfunktionen noch vorhanden. Mit Glück ist der Gebrauch der Stirnlampe noch möglich. Das muss aber nicht so sein.

Nicht verwundern sollte daher der Anblick von Läufern, die die Stirnlampe falsch herum oder im blinkenden bzw. roten Leuchtmodus betreiben, von Läufern die bei strahlendem Sonnenschein die Stirnlampe noch auf dem Kopf und eingeschaltet haben, von Läufern, die minutenlang auf ihr ausgeschaltetes GPS Gerät starren, oder sogar Läufer die stundenlang einfach ins Nichts starren, Läufer die immer wieder den (gleichen) falschen Abzweig nehmen. Es gilt Nachsicht walten zu lassen – es ist für alle gleich und es kann einen immer mal ein schwacher Moment erwischen. Daher ist es auch legitim große Teile der Strecke mit dem Buff vor den Augen zu absolvieren (es empfiehlt sich dabei externe Hilfe in Anspruch zu nehmen – Regelwerk checken!). Im Zweifel neigen die Läufer eh dazu Zweckgemeinschaften zu bilden. Sehr viele Dinge lassen sich im Team besser erledigen. Einer navigiert, einer schläft, einer isst und einer vegetiert. Einfach und elegant. Den Wettkampf kann man getrost auf die letzten 10 Meter verlegen (wenn Zuschauer anwesend sein sollten: die letzten 100 Meter).

Doch was ist es in den diversen Miseren, was von der Aufgabe abhält. Das ist vielleicht die zentrale Frage, die sich die Allgemeinheit stellt. Es ist wie im echten Leben: man schaut den Menschen nur bis vor den Kopf und nie hinein. In den starr blickenden, fast geschlossenen Augen kann bei guter Beobachtungsgabe ein wenig des Inneren des Läufers erblickt werden. Die Erschöpfung und Unmöglichkeit der Aufgabe kehrt ein wenig des Inneren nach Außen. Das macht ein beträchtlichen Teil der Magie dieser Läufe aus. Schaut man also genau hin kann man den Funken im Innern sehen. Den Funken der mit jedem Schritt in Richtung Ziel heller leuchtet und das letzte bisschen Hoffnung verkörpert. Die Hoffnung darauf, dass es trotz allem möglich sein könnte. Mit viel Glück und viel Geduld zwar, aber wer weiß schon ob es nicht doch klappt. Die Hoffnung darauf nicht mehr Laufen zu müssen. Sich auf den Boden direkt hinter der Ziellinie zu setzen zu können und endlich die Gewissheit zu haben es geschafft zu haben. Sich endlich von den Emotionen übermannen lassen zu können. Die Füße final hochlegen zu können.

Es ist oft nicht die Eleganz, die Außendarstellung oder die Intelligenz die herausragt und es ist ganz sicher nicht Geruch – es ist die innere Schönheit die beeindruckt und die Leistungen hervorzaubert die unglaublich erscheinen. Die Totgesagten und sogar die Toten haben das Ziel fest im Blick. Alle wissen: es ist für alle gleich und es ist erst vorbei wenn es vorbei ist.

Pippin: Ich hätte nicht gedacht, dass es so enden würde.
Gandalf: Enden? Nein, hier endet die Reise nicht. Der Tod ist nur ein weiterer Weg, den wir alle gehen müssen. Der graue Regenvorhang dieser Welt zieht sich zurück und verwandelt sich in silbernes Glas. Und dann siehst du es.
Pippin: Was, Gandalf? Was sehe ich?
Gandalf: Weiße Strände, und dahinter ein fernes grünes Land unter einer rasch aufgehenden Sonne.
Pippin: Dann ist es nicht schlimm.
Gandalf: Nein. Nein, ist es nicht.

GPS Genauigkeit // FKT Marathon im Ferberpark

Nur mal kurz: das Warten auf Galileo nervt so langsam. GPS ist schon bei so einfachen Aufgaben wie Runterlaufen überfordert (s. u.). Da ist dringend höhere Genauigkeit vonnöten!

Was die FKT angeht: nur so ne Vermutung. Gegenbeweise bitte erbringen. Ein Tipp noch: gut auf auf Parkbänken abgestellte Wasserflaschen (auch wenn sie keinen Pfandwert haben) aufpassen. Meine wurde mir entleert bevor ich eingreifen konnte – immerhin wurde sie mir zurück gegeben – nur war ich etwas durstig gegen Ende. Auch Rucksäcke im Dauerregen zwischen 5 und 9 Uhr Sonntagmorgens unter der Rutsche auf dem Spielplatz abzustellen ist nicht sicher! Und jetzt ihr:

42.20 km (GPS) // 5:47 min/km // Uhrzeigersinn // 28.07.2019 // 04:04:07

Dumm ist der der Dummes tut! – Forrest Gump

Running Riesengebirge

Ich muss sagen – so hässlich war es gar nicht. Für mich als Flachländer bleibt die Beziehung zu den Bergen kompliziert. Ich verstehe und teile zwar die Begeisterung für diese Quälerei und die endlosen Aufstiege. Ich verstehe sogar die sportliche Herausforderung und ich teile in jedem Fall die Liebe für die Ausblicke von weiter oben. Was mir absolut nicht gegeben ist, ist die Kraft bergauf und das Geschick bergab. Trotzdem waren es ein paar wenige schöne und langsame Kilometer in dieser schönen mir bisher unbekannten Gegend des Riesengebirges.

TorTour de Ruhr 2020

2016: Ruhr Hundert (160,9 km):

2018: ULTRAMARATHON (230 km):

2020: Startnummer: 10078 – Bambinilauf (100 km)

2020 ist die letzte verbleibende Distanz an der Ruhr an der Reihe: der Bambinilauf! Es wird sicher schön und angenehm die TorTour de Ruhr an einem Tag abzuhaken. Nicht. Kurze Distanzen verleiten zum rennen. Es gilt wohl noch viel mehr als sonst diszipliniert ans Werk zu gehen.

Es waren in 2016 und 2018 wunderbare Erlebnisse an diesem schönen Fluss. Dinge sind ins Rollen geraten, die sich bisher nicht mehr haben aufhalten lassen. Die Erlebnisse mit den Crews zusammen den Fluss hinab – es war wunderbar. Auf diesem Wege einen tiefen Dank für diese wunderbaren Läufe an unsere Crews und auch diese tolle Veranstaltung. Noch ein (letztes?) Mal will ich an den Fluss um mit den 100 Kilometern quasi von meinem Elternhaus nach Duisburg die Geschichte zu Ende zu schreiben. Wir sehen uns Pfingsten 2020 in Hagen!

DNF STUNT100 2019

Man muss sich ehrlich machen mit diesem DNF. Die Kreislaufprobleme die tatsächlich da waren, waren eigentlich überwunden (zumindest hätte sich das in der Nacht wieder gefangen). Der heiße Tag war geschafft und der erste kühlere Wind wehte den Tafelberg hinauf. Alles gut also. Dann direkt der Abbruch. Zu vielschichtig die Überlegungen zu dieser Entscheidung um sich groß darüber auszulassen. Den Laufbericht von Hansi findet ihr hier!

Am Ende zeigt dieser Sport der von viel Leichtigkeit, Schönheit und Eleganz durchzogen ist eine weiter tolle Eigenschaft: Gerechtigkeit. Von echten medizinischen Notfällen abgesehen ist jede Diskussion um ein DNF hinfällig. Es geht niemals um äußere Bedingungen (die hat jeder zu durchstehen), es geht niemals um die Krisen unterwegs (die haben einige zu durchleben) und es geht schon gar nicht um irgendetwas Anders. Man bekommt immer genau das aus einem längeren Lauf heraus, was man verdient.

Entweder man hat es mental und physisch drauf, oder eben nicht. Und erst unter herausfordernden Bedingungen zeigt sich wer ein wirklich Guter ist.

Ein riesiger Dank geht an die Veranstalter und Helfer des STUNT100 – die 3 Sterne 2016, 2017 und 2018 waren ein Traum und bleiben unvergessene Highlights! Bewahrt Euch den Lauf so wie er ist – genau so ist er perfekt! Eine Verbeugung vor den Finishern!


Die Laufliste mit den Läufen >42 km (dort zählen auch private (Gruppen)läufe mit hinein) zählt nun 68 Einträge bei 3 DNFs (4,41 %). 11 Ultras (≥160,9 km) sind darunter.

Und da gerade das erste Halbjahr 2019 gerade rum ist:
1991,2 km bei 94 Laufeinheiten (10,9 km/Tag, 76,6 km/Woche).

***LIVE STUNT100 2019***

Der Pfadsucher begibt sich also zum wiederholten Mal auf die 4 fröhlichen Runde in Sibbesse. Viel „Live“ wird es dieses Mal nicht geben – Konzentration auf den Lauf ist angesagt. Schaut mal auf der STUNT-Webseite vorbei, dort schreibt Hansi oft einen Live-Ticker. Wenn dem so ist, sollte es leicht zu finden sein! Bis bald also!

www.stunt100.de

Next Stop: STUNT 100 2019

2016:

2017:

2018:

2019:

der vierte Stern im Leinerbergland? Nur noch wenige Tage bis zum vierten Anlauf. Der STUNT 100 ist nie leicht und so wird es auch in diesem Jahr sicher ab und an ein Kampf. Die Vorfreude auf die Lauf-Familie ist groß. Auf Hansi und sein Team, auf die super Stimmung und auf die schöne Landschaft. Alles Jammern wird nichts helfen, also: Augen auf und los! Passend zum Start folgt noch der Link zum Ticker von Hansi. Stay tuned!