Die eisige Eifel und der Biber

Jedes NEUe Jahr bringt direkt am zweiten Sonntag eine nette (argh…) Tradition in die Nordeifel. Eine überdurchschnittlich vernünftige Teilmenge vereinsamter und mehr oder weniger erfahrener Ultraläufer der näheren Umgebung versammelt sich um 09:00 Uhr in der Früh auf dem Annakirmesplatz in Düren. Empfangen vom Ein-Mann-Organisationsteam bestehend aus 3 Personen (unserem Organisator und Dompteur sowie zwei liebe Menschen, die sich gern den Tag mit Autofahren und Kaffee ausschenken um die Ohren schlagen), geht es pünktlich auf die altbewährte 56 km-Strecke. Diesmal gab es ob des Eises auf der ersten Hälfte der Strecke mal wieder spannende NEUe Bedingungen. Alle insgesamt 13 NEUlinge hatten gehörigen Spaß in den Eishängen der NE. Bis auf einen. MacGuyver (aka. der Flussläufer) bastelte sich schnell aus Teilen seiner Ausrüstung Schneeketten für die Trailschuhe und minimierte damit sein Rutschvergnügen beträchtlich. Die zweite Hälfte der Strecke war dann meist eisfrei und auch der Nieselregen vom Vormittag verzog sich. Die wie immer fantastische Betreuung ließ das Laufen einfach vom Fuß gehen. Fast wähnte man sich bei einem dieser sich der Serviceverbesserung verschriebenen, dem Trailrunning-Hype folgenden Schickimicki-Fun-Extrem-Hindernis-Spektakeln. Ne, Scherz.

Sonst ist das Schöne am NEU die Gelegenheit mit vielen höchst unterschiedichen Leuten einmal ausgiebig zu reden, zu fachsimpeln, zu planen und zu genießen. Über die Jahre gewinnt man natürlich auch eine etwas NEUe und entspanntere Sichtweise auf die Dinge, die bei einem 56 km-Lauf im Winter passieren könnten und das erhöht den Genuss eben dieser Dinge, dem Kontakte pflegen, dem NEUe Kontakte aufbauen, dem Freundschaften vertiefen und dem Genießen einfach dort draußen im eisigen Nebel der NE unterwegs sein zu können ungemein.

Verbeugen und bedanken wollen wir uns vor Stefan samt Familie für den Lauf und die Betreuung – einmalig super, für uns schon zum vierten Mal. Wir freuen uns auch besonders mit dem Teil des LTB Aachen der uns beide begleitet hat und für den es die erste Berührung mit einem Event dieser Art und in einem Fall auch der weiteste Lauf jemals gewesen ist. Chapeau!

Bilder von uns gibt es hier und hier. Bilder von Stefan hier und natürlich sein wie immer famoses und sehr empfehlenswertes Video inkl. Bonusmaterial von Justin dem Biber.

Das NEUe Jahr hat jedenfalls sehr gut angefangen.

Der jährliche Charakter-Check beim Pilzesammeln: Wir sind immer noch NETT

Andere Menschen gehen zum jährlichen Gesundheits- oder gar zum halbjährlichen Zahncheck und lassen sich bestätigen, dass es ihnen gut geht. Für mich persönlich ist es wichtiger, einmal im Jahr ein Zertifikat zu erwerben, das mich als NETTen Menschen auszeichnet – vielleicht, so denke ich, ist es ja ganz gut, nett zu sein. Diese Möglichkeit des gründlichen Charakter-Checks bietet sich zumindest alljährlich zur schönen Herbstzeit in der Nord-Eifel.

Der Lauf, den ‚der Vilvo‘ hier anbietet, ist ein Destillat von vielem, was ich am Laufen liebe und schätze. Entstanden aus dem schlichten Wunsch, nett zu sein, die schönen Lieblingspfade der Gegend zu einer schönen Runde zu verbinden, um sie dann mit anderen zu teilen, ist die Nord-Eifel-Trail-Tour ein wunderbarer Lauf in geselliger Runde über die Trails nahe Gey (Ja, weiß der Geyer: Da kommen direkt zu Anfang eynige Yetis auf mehr oder weniger geystreiche Wortspiele, aber da muss der Vilvo dann durch) bei Düren. Frei von unnötigem Schnickschnack, frei von Stress, dafür aber gespickt mit handgemalten, teils etwas knubbeligen Pfaden bietet der Lauf etwas für alle, die statt Marathon (einfach nur) laufen möchten – egal ob Gelegenheitsläufer*in, Ultra-Läufer*in, Sich-vom-Tier-Ziehen-Lasser*in, wettmampf-orientiert oder nicht (Auch ohne offiziellen VP habe ich es geschafft, Brötchen, kandierten Ingwer, Konditorinnenkekse, vegane türkische Pizza, Rosmarin-Kartoffeln, zwei verschiedene Arten dunkler Schokolade, noch mehr Kekse, Cashew-Kerne, Erdnüsse, einen Apfel, Müsli-Riegel, selbstgemischte Apfelschorle und ganz viele Pilze aufzutreiben! Danke!), ob Kleinkünstler*in oder Pilzefan: Wenn du es magst, draußen zu sein; wenn du es wagst, dich in der Gruppe einem kleinen Abenteuer zu stellen, dann hält der Lauf viele nette Momente für dich bereit und lädt dich zum Genießen, zum Austoben, zum zur Ruhe kommen ein.

Auch wenn sich beim Pfadsucher und mir in den letzten beiden Jahren einiges geändert hat, unsere Freude beim NETT war auch beim dritten Mal ungebremst. Es ist die Art des gemeinsamen Laufens, des gemeinsamen Genießens und Erlebens, des Teilens die für uns diesen Sport so einzigartig macht, und es ist super, wenn andere Menschen dazukommen, sich mit uns erfreuen und die Natur und den Sport auf eine ganz neue Art erleben können.

Na ja, was soll ich noch zu dem Lauf schreiben? Der NETT war die Haupt-Inspiration für den mAMa; jedes Mal, wenn ich an den mAMa denke, hoffe ich, dass alle dort so viel Spaß und Freude haben, wie ich sie beim NETT empfinde.

Impressionen haben wir auch noch für euch:

Ein paar Bilder habe ich geknipst und Stefan hat wie üblich ein kleines Video gedreht.

Ach ja, der Nachweis, dass ich nett bin. Danke, Stefan. 🙂

nette_urkunde

Verifikation, dass der VP-Sucher auch 2016 noch NETT ist.

 

 

Unterwegs.

http://www.stunt100.de/live-bericht/

www.facebook.com/stunt100


Sam:
Das ist wie in den großen Geschichten, Herr Frodo. In denen, die wirklich wichtig waren. Voller Dunkelheit und Gefahren waren sie, manchmal wollte man das Ende gar nicht wissen. Wie könnte so eine Geschichte gut ausgehen?

Wie könnte die Welt wieder so wie vorher werden, wenn so viel schlimmes passiert ist?
Aber letzten Endes geht auch er vorüber, dieser Schatten, selbst die Dunkelheit muss weichen… Ein neuer Tag wird kommen und wenn die Sonne scheint, wird sie umso heller scheinen.

Das waren die Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben, die irgendwas zu bedeuten hatten, selbst wenn man noch zu klein war um sie zu verstehen…

Aber ich glaube, Herr Frodo, ich versteh jetzt, ich weiß jetzt, die Leute in diesen Geschichten  hatten stets die Gelegenheit umzukehren, nur taten sies nicht. Sie gingen weiter, weil sie an irgendetwas geglaubt haben.

LotR

Kurzurlaub.

Wir sind mal kurz weg – AbSTUNT gewinnen. Bleibt STUNThaft – wir versuchen es auch. Wenn der VerSTUNT geschärft ist sind wir wieder für euch da.

Um euch die Zeit unserer Abwesenheit zu erleichtern kommen hier ein paar Tipps und Tricks!

Der Tag danach – Abschied vom Leistungssport

Liebe Freunde, liebe Fans, lieber DLV, lieber DOSB,

es tut uns leid! Einen Tag nach dem vermeintlichen Saisonhöhepunkt lastet die Enttäuschung noch schwer auf unseren Schultern. Auch wir waren von den Ergebnissen der Raerun-Olympiade geschockt. Daher möchten nun mit einem Tag Abstand mit diesem Statement endlich Klarheit schaffen. Die Klarheit, die Ihr alle so schmerzlich vermisst habt in letzter Zeit. Wir haben uns entschlossen, auch um gegenüber unseren Sponsoren keine falschen Versprechungen mehr machen zu müssen, nun offen über die Probleme zu reden.

Am Tag nach der Raerun-Olympiade bleibt uns nur noch eins: absolute Leere. Beide letzter in der jeweiligen Altersklasse, das habt Ihr Euch und auch wir uns sicher anders vorgestellt. Wir wollten damit den Monschau Ultra 2016 zu einem Teil vergessen machen, aber die Luft ist raus. Eben jener Monschau Ultra 2016, der der Höhepunkt unserer Karrieren hätte werden sollen, nun ist er das Ende.

Nach letztem Jahr, in dem es ganz gut lief, haperte es dieses Jahr ja schon an der Vorbereitung: Im Frühjahr hechelten wir bei Vilvo ein wenig hinterher und die Strecke kam uns schwerer vor als sonst, die Konkurrenz frischer. Dann beim ersten wirklichen Test, auf der mAMa-Strecke sind wir deutlich langsamer als im Vorjahr gewesen. In Limburg ist der VP-Sucher mehr als eine Stunde langsamer durchgekommen als im Vorjahr; den 24h-Lauf hat er nach 21,5h, als noch alles nach einer Traumzeit aussah und wir endlich Hoffnung schöpften, aufgeben müssen. Die Leistung vom Pfadsucher war noch erschreckender. Zum Limburg Zwaarste trat er noch nicht einmal mehr an. Auch der letzte verzweifelte Versuch durch einen radikalen Wechsel vom hügeligen Trail auf den abschüssigen Asphalt im Mai 2016 führte ebenfalls zu bestenfalls mittelmäßigen Resultaten. Auch das Trainingslager in fremden Ländern (Belgien), mit komischen Sprachen und sehr erfahrenen Läufern hat nichts gebracht. Bei uns steckte einfach die Wurm drin.

Jetzt in Monschau haben wir uns auf unserer Heimatstrecke um zwei Stunden verschlechtert, und das gerade in der Saisonphase, in der es Goldmedallien regnen sollte. Wir haben dann den Versuch unternommen, diesen herben Rückschlag wegzustecken und wenigstens beim Raerun 2016 auf der kurzen Distanz etwas zu reißen: Hier hatten wir schließlich trainiert, unsere mAMa hat uns schon die Strecke gezeigt und wir hatten eine persönliche Pacemakerin dabei, die uns an unsere Vorjahresleistungen heranziehen sollte.

Aber beide sind wir als letzte unserer Altersklasse ins Ziel gekommen und der Deutsche Leichtathletikverband war… sagen wir, nicht gerade euphorisch angetan von unseren Ergebnissen. Als wär das noch nicht genug, haben sich auch die bekannten und geliebten Pfade sehr verändert. Trocken, geradezu ausgedörrt und vernachlässigt.

28878780390_d4de339009_kPassend zum Gesamtbild… Wir sind da ganz schön in die Sch… gesprungen. (Leider kein Bild.)

Das soll es dann gewesen sein. Das Vertrauen in unsere Leistungen ist vollständig abhanden gekommen, der Zenit ist weit überschritten, der Lack ist ab. Wir haben alles versucht, sogar neues Equipment wurde angewendet. Woran es letztlich lag, können wir nicht wirklich festmachen.

Wir werden aber die Zeichen nicht länger ignorieren und ziehen uns aus dem Spitzensport zurück und verstecken uns lieber im Wald.

Diese Olympiade wird unsere letzte als Leistungssportler gewesen sein.

Wir möchten hiermit danke sagen für die überragende Unterstützung während der guten alten Zeit. Zuletzt sind wir aber vermehrt auf unseren desolaten und unsauberen Zustand aufmerksam gemacht worden (teils sogar während der Wettkämpfe). Die Zeit, während der wir lächelnd Hand in Hand ins Ziel eingelaufen sind, sind lange vorbei. Bei unserem Trainerstab, den Betreuern, den Förderern, dem DLV und dem DOSB möchten wir uns nochmals entschuldigen.

Ob und wie es weitergehen kann – wer weiß das schon. Wir möchten uns mit diesem Ende unserer Karrieren die Zeit geben, mit wachem VerStunt über die mindestens 100 Sachen nachzudenken, die falsch gelaufen sind. Wir werden nicht mehr für Deutschland starten und machen stärkeren Athleten platz. Vielleicht werden wir nur noch dort laufen gehen können, wo sonst die Wildkatzen jagen – aber dort sind wir dann vielleicht endlich wieder frei von allen Zwängen.

Venn vom Monschau Ultra!

Der Plan war einfach und elegant: der Monschau Marathon stand wieder mal an. Abends Pasta Party mit den Lieben, dann von Aachen aus loslaufen um nicht so abartig früh aufzustehen zu müssen, um 6 dann am Start vom Ultra stehen und die Strecke genießen,  duschen gehen und dann auf der Wiese vor der Kirche beim gemeinsamenen Picknick zusammenbrechen. Was erstaunlich ist: es hat geklappt. Alles. Sogar das Duschen.

Diese längeren Läufe bleiben immer in Bruchstücken in Erinnerung. Der Hinweg nach Monschau hat diesmal wirklich alles aufgeboten, was wir uns nur hätten wünschen können. Eine wirkliche Sommernach, ein 5/8-Mond, der teilweise so hell war, dass wir die Lampen ausgemacht haben, die endlosen schwarzen Fläche des hohen Venns, endlose Weiten an von meterhoch mit nassem Gras überwachsenen Trails, eine erstaunlich starke orange-belgische Lichtverschmutzung, die hinter uns versank und dann plötzlich tiefe Schwärze und vollkommene Ruhe. Millionen Sterne, viele Sternschnuppen. Dazu diese eigenartigen Temperaturschwankungen. Dort wo die Sonne Tags zuvor etwas zum Erwärmen gefunden hat ist es sehr warm und fast drückend, dort wo mehr Wasser abseits oder auf dem Weg ist, ist es richtig frisch. Ein Wechsel, der teilweise alle paar Meter stattfindet. Und das auf einer waldlosen Hochebene 400 Meter über Aachen. Erstaunliches Gefühl. Nachdem wir den höchsten Punkt Belgiens um 0330 hinter uns gelassen hatten, blieben uns noch 150 Minuten für die 20 km nach Konzen. Mit meiner Schwächephase kurz vor Sonnenaufgang wurde es richtig knapp. Also nicht wie verhofft den schweren Rucksack gegen die Rennvariante tauschen sondern so wie wir waren ins Ultrastarterfeld schleichen. 8 Minuten vor dem Start. Als hätten wir es so gewollt. Schnell allen Bekannten „Hallo“ gesagt oder Beschimpfungen mit ihnen ausgetauscht (Stefan J.), den Walkern viel Glück gewünscht und los gings.

Dass es sonderlich einfach oder schnell werden würde war ja nicht zu erwarten. Dafür war es aber wirklich schön. Die vielen Läufer die vorbei gerannt sind und denen wir viel Glück wünschen durften (wir hatten die ersten 14 km des Ultras dann doch unter 2 Stunden geschafft und waren vor dem Marathonfeld auf der Marathonstrecke), die schöne Strecke an sich, die Läufer um uns rum die wir kennen lernen durften und natürlich die Leute an der Straße. Monschau hat ein phänomenales Publikum. Und da wir diesmal am Ende des Felds unterwegs waren wissen wir jetzt auch – die bleiben bis zum bitteren Ende. Besonders schön war es Peter zweimal gesehen zu haben (er schlägt als inoffizieller VP alle offiziellen um Längen!) und Stefan war auch da und hat tolle Fotos und ein Video gemacht. Ein besonderer Dank gilt natürlich unseren Lieben vom 1. Konzener-Kirchen-Picknick-Club. Auch wenn wir euch dieses Jahr zwischen Pasta Party und Picknick fast 17 Stunden in Ruhe gelassen haben und aus dem kurz-vor-11 Uhr Picknick des letzten Jahres ein 13:30 Uhr Mittagsschläfchen wurde – gewöhnt euch nicht dran ;).

Insgesamt 126 km in 16:48 h. Schönes Training für was auch immer. Wir attestieren uns selbst: die Krisen kommen und sie gehen auch wieder. Wir lernen immernoch dazu und werden besser. Wir wissen mittlerweile wann was passiert und sind uns auch meist sicher: es wird schon irgendwie weiter gehen. Die Dinge werden auch bei drohender totaler Erschöpfung noch beendet. Und das Einteilen der Kräfte wird besser. Total bescheuerte Aktionen wie am Leyloch nochmal Gas geben verlegen wir in Bereiche, in denen das Zeitlimit und das Finish nicht mehr ernsthaft in Gefahr sind. Auch wenn der Pfadsucher danach kurz ins Koma fällt, so ist auch das bald wieder vorbei. Spätestens nach 12 Stunden Schlaf.

Eine kleine Anmerkung noch an den Veranstalter: ihr habt zum 40. Mal einen wunderbaren Lauf ausgerichtet, ihr markiert, moderiert, verpflegt und unterstützt die Sporttreibenden aufopferungsvoll. Zur Perfektion fehlt nur ein kleines Detail: der Mensch lebt nicht vom Zucker und von Brot allein. Das wisst ihr und legt Salztabletten bereit. Das ist wichtig und richtig im Sommer. Auch auf einer Strecke von 56 km wünschen wir uns trotzdem zusätzlich, und wir glauben wir sind da nicht allein mit, etwas Salziges zu essen. Was Leckeres. Ne Salzstange, eine(n) Kartoffelchip(stüte), eine aufgeschnittene Gurke mit einem Salzstreuer. Wir würden euch vielleicht nicht die Füße küssen, aber verehren würden wir euch noch ein bisschen mehr. Vermutlich bis nächstes Jahr!

Verwertbare Bilder gibt es kaum. Nachts ist´s so dunkel und den Monschau Ultra kennt ihr. Ja ok, dass vielleicht noch: ein gesperrter Bohlenweg im hohen Venn (mit vielleicht 1-2 Warnhinweisen) war dann doch zurecht gesperrt:

P1100197

Dafür danken wir Stefan Vilvo für das schöne Bild. Auch wenn man es unseren Füßen  ansieht (Björn?) sehen wir für 122 km noch ganz ok aus:

16MoMa681

Der plötzliche Spazierlauf

Wenn man sich am Abend endgültig entschlossen zu haben scheint, zu Hause zu bleiben, die Trailschuhe ins Schuhregal gestellt hat, nach dem Nachtmahl beim beleuchteten Tische sitzt und jene Arbeit oder jenes Spiel vorgenommen hat, nach dessen Beendigung man gewohnheitsgemäß schlafen geht, wenn draußen ein unfreundliches Wetter ist, welches das Zuhausebleiben selbstverständlich macht oder man am Tag zuvor die TorTour gelaufen ist, wenn man auch jetzt schon so lange bei Tisch stillgehalten hat, dass das Weggehen allgemeines Erstaunen hervorrufen müsste, wenn nun auch schon das Treppenhaus dunkel und der Lieblingstrail gesperrt ist, und wenn man nun trotz alledem in einem plötzlichen Unbehagen aufsteht, die Schuhe wechselt, sofort waldschratmäßig angezogen erscheint, weggehen zu müssen erklärt, es nach kurzem Abschied auch tut, je nach der Schnelligkeit, mit der man die Treppe runterspringt, mehr oder weniger Verwunderung zu hinterlassen glaubt, wenn man sich auf dem Pfade wiederfindet, mit Gliedern, die diese schon unerwartete Freiheit, die man ihnen verschafft hat, mit besonderer Beweglichkeit beantworten, wenn man durch diesen einen Entschluss alle Entschlussfähigkeit in sich gesammelt fühlt, wenn man mit größerer als der gewöhnlichen Bedeutung erkennt, dass man ja mehr Kraft als Bedürfnis hat, die schnellste Veränderung leicht zu bewirken und zu ertragen, und wenn man so die engen Pfade langläuft, – dann ist man für diesen Moment gänzlich in den Waldmatsch eingetreten, der ins Wesentliche schwenkt, während man selbst, ganz sacht, schemenhaft im Wald, nur leicht die Schenkel hebend, sich ganz dem Wald-Weg ergibt.

Verstärkt wird alles noch, wenn man zu dieser unwirtlichen Zeit einen alten Pfad aufsucht, um nachzusehen, wie es ihm geht. Weiterlesen