NETT & Jeck

Einen Tag nach dem erfolg- und essensreichen „mAMa reloaded“ war der Hunger groß und die Füße und Beine waren verwöhnt. Struppi hatte Lust auf mehr! Was könnte es da besseres geben als den NETT & Jeck – einem wunderbaren Traillauf durch die Nordeifel, der seinem Namen alle Ehre macht. Um die Spannung rauszunehmen: Einen VP gab es auf diesen schönen Trails durch die Nordeifel leider nicht. Aus dieser Sicht hat sich die Anreise nicht gelohnt – aber das haben wir ja schon vorher vermutet und deshalb unsere Rucksäcke gut gepackt mit Brötchen, Nüssen, Schokolade, Riegeln, Bananen, Pferdemaske und Tuschmaschine: Was man eben so am Karnevalsonntag gebrauchen kann, wenn man mit dieser Truppe unterwegs ist. Bereits am Vortag zeichnete sich ja ab, dass wir wieder mit den üblichen Verdächtigen unterwegs sein würden:

Ein sehr nettes Trüppchen, mit dem es sich in wunderbarer Atmosphäre laufen und durch den Matsch waten ließ. Nach dem mAMa hatte ich da ein hübsches Bild von gemütlichen Waldwegen, trockenen Füßen und dem einen oder anderen laubbedeckten Pfad im Kopf. Aber der Vilvo lässt sich nicht lumpen und zeigt mit seinen Jahren der Trailerfahrung, dass wir noch einiges zu lernen haben: Auch an diesem trockenen Tag hatte der NETT & Jeck noch mehr Schlamm zu bieten als der mAMa und auch was die schönen, ehemaligen Trails (manche würden wohl hinzufügen ‚aktuellen Brombeerfelder‘) angeht, hat der Lauf einiges zu bieten. Wo die mAMa Lust auf mehr gemacht hat, da hat der NETT & Jeck geliefert.

Man weiß, dass man auf gutem Weg ist, wenn selbst der Vilvo sich fragt, wo denn nun der Weg sein könnte:Mittel-Nett_Jeck_2016_15

Danke für einen weiteren tollen Lauf, Stefan. Danke an alle, die zur tollen Atmosphäre am Narrenwochenende beigetragen haben. Täätäääää! Es sind diese kleinen, wunderbaren, versteckten Läufe, die fernab von jedem Trubel in einer großen, herzlichen, eingeschworenen Familie stattfinden, die das kompetitive Futtern zu etwas machen, das Kraft, Ruhe und Gelassenheit schenkt.

Ein paar Bilder und natürlich das obligatorische Video gibt es auch bei Vilvo, der es bestens versteht, Wege und Schuhwerk aufeinander abzustimmen. 🙂

 

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Ach, es ist doch immer sehr schön ans Meer zu fahren. Und dann noch so kurzentschlossen und spontan. Einfach freitags Nachmittags in den Zug und kaum 4 Stunden später ist man schon in Den Helder und damit am nördlichsten Punkt des niederländischen Festlandes. Noch viel besser ist, dass es nach Süden einen schier unendlich langen Sandstrand gibt. Zum Verweilen, Spazieren gehen und Sandburgen bauen. Traumhaft. Nur die Sporttasche war irritierend und die Laufschuhe an den Füßen auch. Und Björn war dabei. Nach einer Zugfahrt ohne verpasste Anschlüsse und einigen Gesprächen über Läufe die außerhalb von Gut und Böse liegen, muss es für die wenigen anderen Passagiere ein komisches Bild gewesen sein als sich in Den Helder die Türen des ICs das letzte mal öffneten. Auf einmal waren ca. 20 in Sportsachen bekleidete Menschen, die im Januar im Dunkeln schnell aus dem Bahnhof in Richtung gegenüber liegendem Hotel verschwanden.

Der Start des DCURbN sollte nach GPS Track genau dort erfolgen. Also mal rein ins Warme. Es waren noch anderthalb Stunden zu überbrücken bevor um 2200 der Start für die Starter über die 100 und die 75 km Strecke erfolgen sollte. In der Zwischenzeit konnten wir das Treiben am 60 km Verpflegungspunkt der 100 Meiler beobachten. Die waren schon um 1400 in der Nähe von IJmuiden gestartet und durften daher den Strand in beide Richtungen und sowohl im Hellen als auch im Dunkeln genießen. Und sie waren bedauernswerter Weise auch die gewesen, die die Regenschauer aushalten mussten, die am frühen Abend über die Küste gen Westen gezogen waren. Die Hoffnung auf eine wettermäßig ruhigere Nacht stand ihnen in die Gesichter geschrieben. Überhaupt das Wetter: an dieser Stelle muss ich verstehen, dass ich den Unmut der Organisatoren verstehen kann. Bei einem Lauf, der oft davon gelebt hat gefühlte -20°C, Sturm oder Orkan von vorne, eingefrorene Gesichtspartien und Trinkschläuche aufbieten zu können, so schönes und ruhiges Wetter zu haben ist schon ärgerlich. Obwohl ich sonst vehement ungünstige Bedingungen verfechte – dieses Mal möchte ich mich zum ersten Mal nicht beschweren. Für die erste Erfahrung bei diesem Event war es schön, dass das Wetter überhaupt kein Problem war. Um 2130 wurde es in der Hotelbar richtig voll. Alle Läufer waren da und holten sich ihre Nummern. Auch wir registrierten uns und hatten mit Rinus unser Gepäckproblem (wie bekommen wir unsere Sporttaschen von Den Helder nach IJmuiden wo wir sie doch nicht wie alle anderen dort in unserem Auto hatten lassen können) ganz schnell gelöst. Danke dafür! Eindringlich wurden wir bei dieser Gelegenheit nochmal vor dem Strand gewarnt und das es wohl anders werden würde als wir es gewohnt seien. 🙂

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Rucksäcke auf und raus vor die Tür. Ein wunderbar rustikaler Start. Man benötigt einen Stuhl damit man als Organisator größer ist als die versammelten Verrückten und eine Konfettikanone. Ein paar liebe Worte die wir leider nicht ganz verstanden haben, die Uhren an (Navigation erfolgte ausschließlich nach GPS) und dann ging es an diesem Abend um 10 Uhr los. Die ersten 5 km über die Deichanlagen von Den Helder und dann runter ans Meer.

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Der noch vorhandene leichte Wind von Südwesten drehte im Lauf der Nacht vollständig nach Westen und flaute immer mehr ab. Am Anfang war das Laufen in der Gruppe noch deutlich leichter (Windschattenlaufen!!!), wir suchten aber nach unserem eigenen Tempo und nach dem Stück Strand welches genau die richtige Festigkeit aufwies. Erste Aufgabe: bis km 25 den Strand runter ohne groß Schaden zu nehmen und zu schnell zu sein. Bei km 25 erwartete uns ein Auto mit Wasser hinter den Dünen – zu kalt zum lange verweilen. Also runter an den Strand und weiter gehts.

Es gibt nicht genug Worte für die Zeit die wir dort am Meer verbringen durften. Natürlich ist das Laufen anstrengend und die Suche nach dem festen Stück Sand manchmal etwas lästig. Aber das Gefühl unter einem erst von Wolken umspielten und später dann hell scheinendem fast-Vollmond laufen zu dürfen, dauernd nach oben schauen zu müssen, weil der Anblick so schön ist, dann wieder minutenlang auf die eigenen Füße zu schauen und zu bewundern wie der Mond sich dem dünnen Wasserfilm spiegelt der auf dem Sand liegt, die Spiegelung des Mondes im Meer und die leuchtenden weißen Gichtberge, die Schaumteile die vom Wind mitgezogen werden und über den Sand auf einen zu fliegen und einem das Gefühl geben auf etwas zu laufen das sich bewegt, das Meer der Stirnlampen, die wie eine Perlenschnur bis in die Endlosigkeit verschwinden … Mit der Zeit wurde es so hell, dass die Lampen überflüssig wurden und wir in den Genuss kamen mitten im Januar nachts ohne Lampen am Strand laufen zu dürfen – unbeschreiblich. Dazu noch das Gefühl der Weite und der Zeitlosigkeit. Jedes Licht, jeder Schemen scheint Ewigkeiten nicht näher zu kommen, es gibt absolut kein Maß für Geschwindigkeit auf dieser bei Ebbe endlosen weiten Fläche. Rechts das Meer, links die Dünen. Das Maß für die Zeit war das Sternbild des Orions das zuerst südlich zu sehen war und dann im Westen im Meer versunken ist und der Mond, der einen ähnlichen Weg wählte. Ohne Worte.

Der VP bei km 50 kam wie eine Erlösung. Es ging also doch irgendwie voran. Mittlerweile zwischen so gegen 4 Uhr morgens tat es gut in das schöne Strandhaus gehen zu können und sich auf die bequemen Sitzmöglichkeiten fallen zu lassen. Ein Lagerfeuer, was zu essen, glücklich 50 km-Finisher, glücklich Menschen die die längeren Distanzen aufgegeben hatten und mit der Entscheidung zufrieden waren, Musik, Wärme. Es wäre leicht gewesen liegen zu bleiben. Wenn das Wetter härter gewesen wäre, wenn eine gute Ausrede da gewesen wäre…

Schnell wieder raus ans Meer. In die Weite und Einsamkeit. Ein Schritt nach dem anderen. Nach ca. 60 km im Rennen verlässt der Kurs das Meer. Ab auf den Asphalt. Eigenartiger Wechsel. Aber ein Unterschied und eine Veränderung. Gut für den Kopf. Bis man dann kilometerweit an langen und einsamen Landstraßen entlang läuft und den Klang der Wellen vermisst. Teil dieses dritten 25-km Abschnittes war dann auch der Hafen von IJmuiden. Riesig und beeindrucken. Ein Meer aus orangenem Licht, qualmenden Schloten, und überdimensionierten Schiffbefüllungseinrichtugen. Ein endloses Meer aus Wasserwegen und vor allem: laut. Ein gleichmäßiges Brummen in der Nacht. Das Rauschen der Wellen mit ihrem niemals endenden Konzert hatte einen menschengemachten Mitspieler gefunden. Die Einsamkeit in dieser Industriewüste war erstaunlich. Das Gefühl sehr klein zu sein dort draußen scheint ein Markenzeichen dieses Laufs zu sein. Es ist doch alles nicht so wichtig.

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Und dann endlich das Ziel. Für die 75 km Läufer und für die, die aus welchem Grund auch immer genug hatten von ihrer Reise. Es wurde einem leicht gemacht. Einfach in der 75 km Distanz werten lassen, Medaille um, aufs Sofa legen und Chips essen. Wir hatten vorher kurz drüber gesprochen. Björn ging es wieder besser und mir nicht schlecht genug.  Kurz nach dem Start hatte man uns zudem darüber aufgeklärt, dass die letzte 25 km Runde durch die Dünen wunderschön sei. Und sehr schwer. Das wollten wir uns dann doch noch anschauen. Für 2 km an den Strand und dann nach links rein ins Vergnügen. Wir wurden auf verschiedenste Weise belohnt. Helligkeit, fast knietiefe Wasserflächen auf denen das Eis noch zu sehen war und auch ein paar Trails. Die schmerzenden Füße nach den wiederholten Eisbädern waren schnell vergessen. Es bleibt erstaunlich was dann läuferisch doch noch geht. Es mag eigenartig klingen – es fühlte sich nach einer guten Entscheidung an wieder raus gegangen zu sein und in ein endloses Naturschutzgebiet voller kleiner Sandberge zu laufen… Es war der letzte Abschnitt dieses Rennens und er hatte alles zu bieten. Sogar wunderbare Singletrails.

Für mich kam nach ungefähr 90 km so langsam der Punkt wo ich meinte genug getan zu haben. Der Kopf wollte dann doch mal dafür belohnt werden, dass er noch nicht die Reißleine gezogen hatte. So schön die Dünen auch sind, ich habe mich dann doch gefragt warum diese Hügellandschaft kein Ende hat, warum da immer der nächste kleine Hügel kam und man von oben wieder nur die nächsten 5-6  Hügel sehen konnte auf einem schier endlosen Weg zurück ans Meer. Schließlich wurde das Geräusch der Wellen dann wieder lauter und nach 98 km auf der Uhr standen wir wieder am Strand. Zum ersten Mal im vollen Tageslicht.

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Es war beeindruckend und beängstigend. Wunderschön und trostlos. Uns war beiden klar, dass es genau 3 km am Strand sein würden und das 2 km dahinter das Ziel warten würde. Wir sind losgelaufen und hatten wie ich fand einen einzigen Gedanken: nicht stehen bleiben. Keine Ausrede wie „ich muss essen, pinkeln, mich hin legen“. Durchlaufen. Es war wohl ein wenig die Angst davor stehen zu bleiben und nicht mehr loslaufen zu können. Es waren sehr lange 3 km. Ein letztes mal die Dünen hoch auf den Deich und ab ins Ziel. Diesmal wirklich. Es gutes Gefühl. 103 km auf der Uhr und erschöpft. Dieser DCURbN ist etwas Besonderes. Sehr abhängig von den äußeren Bedingungen und auch bei den besten davon zugleich absolut faszinierend und schwierig. Vor allem für den Kopf. Das Bedauern der anderen Läufer auf die Aussage das man noch weiter müsse, spricht Bände. Viel wurde uns erzählt von den Wetterverhältnissen der letzten Jahre. Ob es dann wirklich möglich gewesen wäre anzukommen – wir werden es vielleicht nie erfahren. Aber man soll nie nie sagen.

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Es ist definitiv eine einmalige Erfahrung, es ist ein wunderschöner Lauf. Sicher einer von denen, wo der Kopf eine unglaublich wichtige Rolle spielt. Eine absolute Empfehlung, aber definitiv nicht zu unterschätzen. Keinem ist auch nur der geringste Vorwurf zu machen, bei km 50 oder 75 einfach sitzen zu bleiben. Das Meer und der Strand sind geduldig und geben einem das Gefühl, dass derartige Dinge nicht so wichtig sind.

Dank je wel an Ferry, Rinus und all die anderen, deren Namen ich mir nicht alle merken konnte. Super freundlicher und guter Support (inkl. Shuttleservice zum Bahnhof). Perfekt! Bemerkenswertes und wunderschönes Rennen. Diese 13 Stunden und die 103 km werden wir sicher nicht so schnell vergessen. Wer weiß, vielleicht sieht man sich mal wieder. Wie steht noch so schön auf der Webseite:

„The Beach at Night stirs the Heart and inspires the Imagination!“

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Hin & NEU (10.01.2016)

Nach Hin & NETT konnte es nur eine logische Fortsetzung geben: Hin & NEU! Stefan hatte wie alle Jahre zum Nord Eifel Ultra geladen und alle waren da. Doch der Reihe nach! 0315 aufstehen, 0430 loslaufen in Aachen: 38 km bis Düren Annakirmesplatz. Wie angesagt erwischte uns um 0515 der dicke Regenschauer mit viel Wind und ein paar Blitzen. Mit Regenjacke ging es dann weiter. Es war einer der Tage wo es einfach nicht hell werden will. Da die Strecke hauptsächlich über große Wege führte (bis auf die kurzen Passagen wo der Track in den Wald, in die Dornen oder auf den Singletrail wollte) lief es ganz gut und wir waren im Zeitplan. Irgendwann wurde es doch hell und die Sonne kündigte einen tollen Tag an. Pünktlich um 0845 waren wir auf dem Annakirmesplatz und die Familie stand schon bereit. Über das Laufen und die Strecke wurde hier schon viel geschrieben. Der auf dem Hinweg versprochene Schlamm war überall und die immer mal wieder etwas trailigen 56 km durch die Nordeifel sind wunderschön. Immer wieder gerne, Stefan. Auch die liebevolle Betreuen von Stefan´s Familie und Freunden war wie immer genial. Vielen Dank dafür. Es hat mir das Laufen sehr erleichtert. Das Loslaufen mit 38 km in den Beinen in einer Horde erfahrener Ultras ist immer hart – mit der Zeit werden die Unterschiede dann Gott sei Dank immer etwas kleiner. Ansonsten war es ein wundervoller Tag, viele liebe und schöne Gespräche mit den Mitläufern. Man muss sich einfach wohlfühlen in der Truppe. Pläne wurden geschmiedet, persönliches besprochen, sich näher kennen gelernt – so verfliegt das Laufen selbst mit schweren Beinen. Der Nachhausefahrservice von Ina und Tobias setzte dem ganzen die Krone auf. Vielen Dank für den Service! Das war super!

Insgesamt 96 km. Oder wie Björn sagen würde: „endlich der erste längere Lauf in diesem Jahr“! 🙂 Spaß bei Seite: für die Strecke, die Distanz und den momentanen  Zustand war es sehr gut und lief ohne größere Probleme. So darf es weitergehen. Bereit für das was in 2 Wochen auf uns wartet!

vOLNE tOLNE SPAßveranstaltung

Der letzte Sonntag im November hält immer etwas Besonderes bereit: Olne-Spa-Olne. Die Erinnerungen an letztes Jahr waren im Vorfeld etwas verblasst – was noch parat war: Hinfahren ist Pflicht. Diesmal war ich leider allein unterwegs und hab mich deshalb für Musik beim Laufen entschieden. Wecker auf 5, los um 6, Nummer geholt um 7 und dann der Start um 8 Uhr. Ich weiß nicht warum, aber OSO ist ganz speziell.

Es ist nicht so, dass das Traillaufen etwas Neues wäre, oder ich vor allzu viel zurückschrecken würde, aber OSO setzt noch einen drauf. Woran genau das liegt vermag ich nicht zu sagen. Erst einmal ist es sehr viel Trail und dann fällt glaub ich die Bodenbeschaffenheit stark ins Gewicht. Wer kennt sie nicht, die schönen Singletrails auf weichen Tannennadeln, auf moosbedeckten Steilhängen und auf Traumpfaden die so schön sind das man die Augen kurz zu macht. All das ist nicht im Programm von OSO. Steine, unendlich viele Steine (und zwar nicht die schönen kleinen, sondern die, die sich durch die Schuhe bohren, oder die gerade so aus dem Boden gucken, dass ein Sturz unausweichlich ist), knöcheltiefer, klebriger Schlamm, wadentiefes Wasser… Das komplizierte daran – dauernd wechselt das hin und her. Nichts ist mit kurzer Entspannung für Beine und Kopf – das sind 69 km höchste Konzentration. Jeder Schritt ist anders und jeder ist mit einem Hinderniss versehen. Jedes mal überlegen: wo trete ich hin und was hat das für Folgen. Zermürbung in Reinstform. Der einzige Grund für die ab und an kurz vorhandenen Straßen und Waldautobahnen ist wohl, falsche Sicherheit vorzuspielen und die Läufer an der Aufgabe zu hindern :). Es ist eine Strecke zum Liebhaben. Eindrucksvoll war wieder der 3 km Anstieg relativ am Ende auf einem breiten Waldweg. Genau perfekt zwischen zu steil zum Laufen und zu Flach zum gehen. So das man wahnsinnig wird. Die ganze Zeit ist der Gedanke im Kopf: wenn das hinten so runter geht, dann kann man mal ein Stück rennen. Irgendwo ahnt man aber auch was dann Realität wird. Oben angekommen gehts im 90° Winkel ab, Singletrail, der auf gefühlt 200 Metern alle Höhenmeter vernichtet. Während man sich auf allen Vieren an den Abstieg macht ist die einzige Option: über sich selbst lachen. Wie konnte man nur hoffen es wird leicht? Geniale Strecke.

Das Tolle an OSO: alle sind mit Feuereifer und ganz viel Freude dabei. Man kann nicht einfach als mit einem Grinsen durch den Trail zu stolpern. Wenn man sich die Freude und Ironie nehmen lässt gewinnt der Trail auf jeden Fall. Ich musste lachen als ich den ersten VP erreichte: ein 10 Liter (Farb-)Eimer mit Rosinen und eine doppelt so gr0ße Schüssel Chips. Ich war zu Hause angekommen. Überhaupt: es gibt nur alle 16 km einen VP (ich hab das als angenehm empfunden – so wurde ich beim Laufen nicht zu sehr gestört), aber dafür ist die Stimmung prächtig. Für alle die es mögen: die Belgier grillen auch bei Dauerregen. Wer sich ein halbes Schwein auf Toast bei km 48 oder 64 vorstellen kann, dem wird geholfen. Wein und Bier sind inklusive, versteht sich.

Das Wetter war auch perfekt: richtig viel Regen vorher, leichter Regen unterwegs. Wie der Vilvo immer behauptet: „jede gute Strecke wird durch viel Regen noch viel besser“! Ich sage immer: der Mann weiß wovon er spricht. OSO ist eine dieser Strecken. Alles wird soviel schl… äh besser! Soviel weniger laufbar – soviel schöner!

Was das Laufen an sich anging: lief eingentlich. Bis auf den Sturz bei km 29 und die leichten Schmerzen auf den letzten 40 km bin ich gut durchgekommen. Für OSO-Verhältnisse, versteht sich. Scheinbar genau richtig viel gegessen und getrunken; lediglich der VP bei km 48 kam zu einem falschen Zeitpunkt. Aber das Tief war nicht allzu lang.

Die letzte Gemeinheit der Organisatoren ist: man läuft auf den letzten 3 km zweimal an einem Schild vorbei auf dem Olne steht. Zu dem Zeitpunkt hofft man einfach auf das Ende und muss dann immer nochmal einen kleinen Schlenker weg vom Dorf… OSO zu finishen fühl sich eigenartig und besonders an. Die Strecke strengt einen nicht einfach nur an, sie kotzt einen aus. Merhmals. Als ich nass, blutend, schlammig und absolut fertig ins Ziel gestolpert bin und auf französisch gefragt wurde ob es schön war, hab ich „really nice“ gesagt. Ein abweisender und erschrockener Blick war die Folge. Ob das am Englisch oder meinem Aussehen lag, ist mir nicht klar. Als ich die Daumen gehoben hab und geseufzt habe, war die Welt wieder in Ordnung. Es ist ein Zieleinlauf für den man unterwegs sehr viel investieren muss. OSO ist was die Streckenführung und Beschaffenheit angeht ein Schlag ins Gesicht. Und doch ist unterwegs immer die Freude mitgelaufen und Olne doch noch wiederzusehen am Ende und nicht im Nirvana verloren gegangen zu sein, macht einfach glücklich. Man verlässt Olne nie ohne noch eine Rechnung offen zu haben mit der Strecke – wir sehen uns 2016.

69 km; 7:43 h; Platz 38

Hin und NETT (08.11.2015)

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Die Idee sich sonntags um 0445 Uhr zum Laufen zu treffen ist sicher eine Entscheidung über die diskutiert werden darf. Stefan hatte nach Düren zur jährlichen Ausgabe der NordEifelTrailTour gerufen und kurzentschlossen haben wir uns zu zweit auf den Weg gemacht. Das Auto haben wir dabei aus irgendeinem Grund mal wieder vergessen. Die ca. 33 km Anlauf nach Gey gestalteten sich dabei wie üblich: manchmal haben wir auf Anhieb den Weg gefunden, manchmal waren wir uns sicher, dass wir ihn verfehlt haben und sind trotzdem weitergelaufen und einmal wars was dazwischen. Nach 10 Minuten intensiver Sucherei im Unterholz in der Morgendämmerung konnte ich dann die eine Hälfte unserer Truppe davon überzeugen, dass die Schmerzen auf der vorgeschlagenen Route doch zu groß gewesen wären. Perfekt am Hinweg war der Fakt, dass mit der zunehmenden Helligkeit und dem unglaublichen Sonnenaufgang die Trailanteile wuchsen und wir daher perfekt vorbereitet und püntlich am Parkplatz eintrafen. Dachten wir. War aber ne Stunde zu früh. Sonntags morgens in der aufgehenden und sehr warmen Novembersonne auf dem Asphalt zu sitzen und die Ruhe zu genießen hat auch was…

Zu siebt ging es anschließend auf die NETT-Strecke. Das Anlaufen nach 33 km in einer Gruppe frischer Läufer hat sich mal wieder als durchaus belastend herausgestellt. Glücklicherweise wurde das mit der Zeit besser. Über die NETT an sich lässt sich nur so viel sagen: richtig hart und super schön – auch wenn es geschafft ist. Super Trails, teilweise keine Trails, teilweise kaum Vorwärtskommen – perfekt halt. Die Zusammensetzung der Truppe war genial. Die Geschichten über die Lauferfahrungen der Teilnehmer bedrohlich. Wie Struppi gerne sagt: „Die Einschläge kommen näher“… Insgesamt mal wieder ein super Lauf. Nach 43 km und 6:34 h unterwegs waren wir wieder am Ausgangspunkt. Alles zusammen genommen waren es für uns Zwei 76 km und 12 Stunden unterwegs (die Stunde Pause mitgerechnet). Durchaus hart. Aber Struppi war so froh ENDLICH (4 Wochen nach seinen 100 Meilen in Arnsberg) mal wieder einen etwas längeren Lauf gemacht zu haben. Ich hab mich an dieser Stelle mit Kopfschütteln zufrieden gegeben. In Anlehnung an Jens Vielers „Der Wüstenläufer“ hätte ich eigentlich sagen sollen: „Sag mal Struppi, wann haben wir eigentlich die Kontrolle darüber verloren, uns Gedanken über 70-Kilometer-Trainingsläufe zu machen?“.

Hier gibt es wie immer ein Video von Stefan.

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In der Nachbetrachtung bleibt hängen: absolut umwerfend! Trotz Massenveranstaltung super nette Leute an der Strecke (besonders zu loben: der Rennarzt auf dem Sertigpass), eine wirklich wunderbare Streckenführung und nahezu perfektes Wetter. Zusammen mit Helmut und Erika gestartet, führten uns die ersten 30 km des K78 entlang eines malerischen Tals, mal auf dem Trail etwas bergan, dann neben dem rauschenden Fluss bergab und einige Male direkt neben den Gleisen der hiesigen Bahn. Die Eckdaten des ersten Teilstücks waren: 30 km, 400 m hoch, 900 m runter in 2:59 h. Damit war die Basis gelegt für eine anständige Zeit, der Genuss war nicht zu kurz gekommen und von 1500 m Starthöhe in Davos waren wir auf 1000 m Höhe angekommen (Berge läuft man am besten von ganz unten ;)). Die Rückwärtskilometrierung war etwas gewöhnungsbedürftig, aber dadurch passierten wir auch schon auf diesem ersten Teilstück das 50 km-Schild: die Wohlfühlzone hatte also auch schon begonnen.
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P1090786P1090794P1090796P1090795P1090798P1090801P1090800P1090802P1090805Auf dem ersten echten Anstieg in Richtung Bergün (KM 40), merkten wir schnell, dass die Vorstellungen vom unserem Lauftempo bei uns dreien doch stark auseinander gingen. So trennten wir uns stillschweigend. Nach Bergün ging es dann auf die letzten 36 KM Richtung Davos. Zu dem Zeitpunkt passte alles: das Tempo schien gut, die Beine wollten nicht gehen und es waren ja auch nur noch ein paar Kilometer. Mir war völlig klar, dass der schwerste Teil des Rennens jetzt kommen würde. Zwischen Kilometer 40, wo ich mich befand und Kilometer 58 (der höchsten Stelle des Rennens am Sertigpass) lagen 18 höchst interessante Kilometer. Zuerst seicht bergan, wurde es auf den letzten 5 KM bis zur Keschhütte wirklich schwer. Steile, steinige Pfade warteten. An Laufen war bei Niemandem mehr zu denken und so war das einzige was zählte: Schritt für Schritt da hoch marschieren – koste es was es wolle. Mit den Erfahrungen zweier Jungfrau-Marathons im Kopf war es für mich auch die Frage: was macht der Körper. Auf den alpinen Trails hoch zur Keschhütte ging es dann doch erstaunlich gut (bis auf das Gefühl nicht vorwärts zu kommen und den Drang sich einfach hinzulegen). Der Kreislauf machte sich nur ein wenig bemerkbar und auch der Magen schien ok. Das Problem war: essen war unmöglich in der Höhe. Der Mund so trocken, dass jeder Bissen zur Qual wurde. Egal:  eigentlich hatte ich genug gegessen bisher, dass es auch ohne gehen müsste. Abseits dieser Probleme bleibt eins festzuhalten: alpine Trails sind absolut brutal, aber es ist wunderschön da oben! Das Gefühl der Freiheit gepaart mit einem tiefen Verständnis wie unendlich klein und hilflos man in diesen Regionen ist, ist einmalig und nicht zu beschreiben. Auf dem Abstieg von der Keschhütte musste ich dann schon etwas grinsen. Ich mag zwar die Trails und es darf auch richtig schön schwer und kompliziert sein – aber das was da gelaufen werden sollte… Belohnt für den Abstieg wurden alle Läufer mit dem Panoramaweg zwischen Keschhütte und Sertigpass – unbeschreiblich schön. So langsam merkte ich auch die Anstrengung und machte mir bewusst das ich schon 50 KM in den Beinen hatte. Ohne Gnade folgte der Anstieg zum Sertigpass wo alle Läufer mit Namen vom Rennarzt begrüßt wurden. Auf die Frage wie es mir ginge, antwortete ich: gut – könnte nur bald mal vorbei sein. Das angebotene Risotto auf 2700 m Höhe konnte ich leider nicht essen, dafür ein paar Schlucke Cola und ab in die Hölle. 18 KM noch bis ins Ziel, 1200 m galt es noch zu verlieren. Die ersten 5 KM auf dem Trail bergab: oh mein Gott! Jeder Schritt höchste Konzentration, ständig das Gefühl man würde gleich einfach runter fallen… Ich war so froh als diese Passage vorbei war. Auf breiteren Wegen lief es sich dann ganz gut bis Fertig Dörfli – der letzten großen Verpflegung und Zeitnahme.

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Ab hier waren es noch 11 KM bis Davos. 1:10 h noch Zeit bis zu den 10 Stunden. Was sich vorher schon angekündigt hatte wurde dann aber Wirklichkeit: ich war am Ende. Nicht irgendwie – absolut. Auf Grund mangelnder Konzentration stürzte ich direkt hinter Sertig und der Schmerz in den Händen weckte mich etwas auf – nur um mir zu verdeutlichen: mein Kreislauf war nicht mehr existent und ein stechender Schmerz in der Nierengegend verhinderte schnell jedes Laufen. Auf dem Höhenprofil sahen die letzten 11 KM leicht aus: etwas bergab, keine großen Variationen und so traf mich der auf-und-ab-Trail mit voller Wucht. Am Rande der Aufgabe wankte ich weiter – ans Laufen war nicht zu denken. Mehrmals habe ich mich einfach auf eine Bank gesetzt und 3 Minuten nichts getan: hätte mir jemand ein Auto angeboten – ich hätte es wohl genommen. Doch ich schleppte mich weiter: auf die längsten 11 KM der Welt mussten ja mal zu Ende gehen. Bergab auf breiten einfachen Wegen gehen zu müssen war jedenfalls eine sehr neue und eindrückliche Erfahrung. Doch das wunderbare beim Laufen ist: jedes Tal geht wieder weg und die letzten 2-3 KM konnte ich auch wieder leicht traben, so dass ich laufend nach Davos kam. Ab ins Stadion und die Schmerzen waren vergessen. Der Schritt über die Ziellinie war von dem Gedanken begleitet: gekämpft und besiegt. Nicht irgendjemanden um mich herum, sonder mich selbst. Nach 10 Stunden und 18 Minuten war es dann endlich geschafft. Erstaunlicher Weise dauerte die Schwäche nach dem Lauf nur ca. eine Stunde an – danach war es wieder gut. Die Erholungszeit hat sich im Gegensatz zu den Jungfrau-Läufen schonmal schön verkürzt. Erika und Helmut waren auch bald im Ziel. Über die letzten 11 KM habe ich jedenfalls viele schimpfen hören. Zusammenfassend ist es ein sehr schwerer, aber auch wunderschöner Lauf. Ob ich so bald wieder in die Berge will, ist mir noch nicht so klar: ich habe jetzt wohl einen besseren Einblick auf das gewonnen, was mich in den Alpen so erwartet. Von den Eindrücken her unglaublich schön, soviel steht fest. In dem Moment aber, in dem ich das Stadion verließ, war da die absolute Freude in mir, dass es in nächster Zeit höchstens ein paar Berge in deutschen Mittelgebirgen hochgeht.

WUT 2015_65 km Wiedtal Ultratrail

Die wirklich gute Nachricht diese Woche erreichte mich am Donnerstag: Björn meldet sich einsatzbereit. Das war ein wichtiges Zeichen. Die ganze Woche über nicht komplett gesund und die 86 km vom letzten Samstag wohl immer noch etwas in den Knochen hatte ich kurz am WUT-Start gezweifelt. Aber zu zweit geht alles. Tim und Struppi zusammen würden es schon packen. 0515 ging es mit dem Auto los in Aachen und wir waren auch auch pünktlich um 0700 an der Sporthalle in Waldbreitbach. Es ist warm im Auto und das Thermometer warnt vor kalten 3 Grad draussen – also noch nen Moment im Auto sitzen und sich auf den Tag freuen. Dann trauen wir uns doch raus und holen uns bei unseren Veranstaltern Wolfgang Bernath und Josef Hoß die Nummern ab. Für die müden Läufer gibts sogar Kaffee – echter Service. Pünktlich um 0730 geht es los. Wolfgang wird uns heute durch das wunderschöne Wiedtal führen. Ungefähr 60 Läufer sind da, erstaunlich viele sind bekannt. Langsam wird mir das etwas unheimlich. Wir sind 140 km durch die Nacht gefahren, kommen an und werden begrüßt als wären wir zuhause :). Nach einigen Metern schon wird klar, dass die Strecke mit viel Liebe zum Detail gewählt wurde. Den ganzen Tag begleitet uns wunderbare Natur, immer wieder sind absolut tolle Singletrails dabei und was Steigungen angeht – auch hier die Bestnoten. Besonders der Anstieg nach der letzten Verpflegung. Wie krass ist der denn bitteschön? 200 hm auf 1 km oder so. Unglaublich!

Insgesamt gibt es 4 hervorragend sortierte Verpflegungen für uns. Kekse, Salzstangen, Honigwaffeln, Brot, Käse, Bananen, Wasser, Kaffee, Tee und Iso. So solls sein.

Was das Laufgefühl angeht, war es schwierig für mich. Wie befürchtet sind die Beine heute müde und schwer. Es ist kein Selbstläufer. Gut das Björn da ist und das die Familie mitläuft. Es ist perfekt. Immer neue Gesprächspartner, die von der Anstrengung ablenken. Kontakt zu neuen Läufern geknüpft, alte Lauffreunde besser kennen gelernt, neue Wortspiele ausprobiert… Entweder man unterhält sich selber oder lässt sich treiben und hört einfach nur zu. In der Nähe von Tom Eller lässt es sich gut aushalten und hat so etwas  von Dokumentarfilm gucken. Einfach zuhören wie er sich auf den  Madeira Island Ultra Trail freut, darüber diskutiert wie man den UTMB in 39 Stunden läuft und wie sich die zweite Nacht am Mont Blanc so anfühlt, oder wie schön doch der Andorra Ultra Trail ist. Einfach Augen zu machen und zuhören und sich dabei freuen, dass man selbst ein so schlechter Läufer ist, das man nicht auch nur in die Nähe der Versuchung kommt, sich für solche Läufe auch nur zu interessieren. Dann wird das Laufen auf einmal leichter – habe ich jetzt wirklich gerade 40 km gebraucht um wach und warm zu werden? Zeit ab und an mal heimlich ein wenig zu rennen. Björn ist sofort da – ein sehr gutes Zeichen, er ist wirklich wieder fit. Nach 65 km sind wir zurück in Waldbreitbach. Es ist kurz vor 1800 und alle sind glücklich. Der Regen setzt genau dann ein als wir zum Auto gehen. Wie schon gesagt – perfekt geplant alles.

Es ist noch nicht vorbei mit den tollen Eindrücken. Die Bitte Wolfgangs, die Turnhalle nicht zu verdrecken und Laufschuhe und Socken möglichst fern von ihr zu halten, verstehen sehr viele Läufer als Aufforderung die 100 m vom Auto zur Turnhalle barfuss zurück zu legen. Bei 5 Grad und Regen. Es gibt Momente die einfach im Gedächtnis bleiben. Ich schließe mich an und mache mich barfuß auf den Weg zur Dusche. Der kalte und nasse Asphalt fühlt sich gar nicht schlecht an. Frisch geduscht gehts dann in die Ortsmitte ins Hotel. Uns wurde Pasta versprochen – zum Essen sind wir natürlich immer zu haben. Und es ist unglaublich gut. 8 verschiedene Kreationen, von denen mindestens 6 exzellent waren. Es ist erstaunlich wie viele Teller Nudeln man schafft wenn man den ganzen Tag schon Kekse und Salzstangen gegessen hat… Auch diese 3. Halbzeit macht großen Spaß. Am Tisch mit Weltmeistern, deutschen Vizemeistern zu sitzen und ganz entspannt über den Tag und die Zukunft zu reden macht Spaß. Auch über die KM-Spiel Mannschaft der Euregio-Läufer kann mal in aller Ruhe gesprochen werden :)!

Am Ende bedankt sich Wolfgang bei uns und beim Orga-Team. Das geben wir nur zu gerne zurück: vielen Dank Wolfgang und Josef und eurem ganzen Team. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht! Gerne wieder!

Für Bilder war ich selbst zu voll, verlinke hier aber gerne die Berichte die schon da sind oder noch kommen – dort gibt es dann auf sicher schöne Fotos!

Den Anfang macht der Bericht von Jörg Segger! Und hier der Bericht von Trailrunning.de!

20150307_Limburgs Halfzware Teil 2

Der letzte echte Test für die 100 km. Zugegeben: Wecker auf 03:45 zu stellen fühlt sich schon ein bisschen nach Weltuntergang an. Aber Track ist Track. Und der ist genau 88 km lang – davon 39 km vor dem 50 km Lauf mit Willem beim Halfzwaren Teil 2. Um 04:45 stehe ich auf der Straße und lauf los. Die ersten beiden Stunden im Dunkeln haben es in sich: unbekannte Trails im Dunkeln, dazu noch allein sind eine Nummer für sich. Die Strecke muss im Hellen wunderschön sein. Doch auch die Dunkelheit hat seinen Reiz. Die generelle Laufrichtung ist erstmal nach Südwesten und Belgien. Der Vollmond steht genau dort und weißt den Weg. Dazu der Weg an der Göhl, und ein paar wunderbare belgische Kuhwiesen. Laufen in Belgien fühlt sich immer querfeldein an – sei es vom Untergrund her, oder von den wie Privat wirkenden Wiesen und Federn, die überquert werden wollen. Ein Blick nach links: 20 glühende Augenpaare. Diese paar Sekunden Schock, bis das Gehirn meldet – sind doch nur Schafe… Uff. Dazu noch die kreative Landschaftsbeschreibungen in Belgien direkt hinter der Grenze:Foto 07.03.15 06 14 43

Dann ist es endlich soweit: ein wunderbarer, langsamer Sonnenaufgang beginnt. Wie sich über eine gefühlte Ewigkeit die Bäume, der Fluss, der Trail und schließlich die Steine und Wurzeln aus dem Nichts entwickeln hat etwas magisches. Im Westen der Vollmond, im Osten das Inferno und über mir die Kondensstreifen der Flugzeuge, die schon von der Sonne beschienen sind. Relativ eindrucksvoll.Foto 07.03.15 06 54 53

Dann ists hell und die Realität kehrt zurück. Der Blick auf die Uhr sagt: zuviel Zeit ist verflogen. Ich beschließe den Track zu verlassen um ihn minimal abzukürzen. Gelingt mit der neuen Uhr ziemlich gut. Sowieso ist die arrival Spoq SQ100 ein absoluter Geheimtip was zuverlässige Navigation ohne Schnickschnack angeht (danke Willem für die Empfehlung). Nach 37 km und 04:12 Stunden bin ich um 08:57 am Treffpunkt. Willem ist sehr stolz auf mich.

Der dann folgende Halfzware ist wie immer perfekt. Wunderschöne Strecke, heute absolutes perfektes Wetter und liebevolle Betreuung. Die ersten 10 km fallen mir sehr schwer. Das Tief ist da. Am Anfang des 50 km Laufs (km 37 – 47). Das Erfreuliche ist: danach geht es tatsächlich wieder bergauf. An der ersten Verpflegung sehe ich Jochen, Christoph und Bernd, die mir vorher irgendwie entgangen waren. Ab da ist es dann der übliche Familienausflug. Zu viert bringen wird die Strecke langsam aber sicher hinter uns: perfektes Tempo für mich. Mir geht es immer besser und am Ende sind es 86 sehr schöne km. Meine absolute Lieblingsstelle bei Limburgs Halfzwarem Teil 2 ist diese hier: Foto 07.03.15 10 53 30

Eine Unterführung, die in der Mitte tatsächlich so dunkel ist das man gar nichts sieht. Die Hälfte der Breite ist Pflaster, die andere Bach – ein tolles Gefühl! Am Ende erreichen wir glücklich das Vereinsheim, sprechen kurz über verrückte Läufe und dann gehts ab nach Hause. Wieder mal wunderbar. Vielen Dank an Willem und Annemarie und alle anderen Helfer (wo bekommt man sonst schon 2 Portionen Rührei auf Brot) und auch an die fantastischen 3 Jochen, Christoph und Bernd! Hat perfekt gepasst! Zum Schluss noch ein paar Fotos von Willem vom Lauf:

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20150214_Limburgs Halfzware Teil 1

Also langweilig wars jedenfalls nicht. Ein Tag der zunächst geprägt war von Verletzungen, von Problemen mit der Orientierung und einer ständig abstürzenden Fenix2. Ein Tag der danach geprägt war vom Hinterherlaufen mit einer geliehenen, fremden Uhr am Arm. Ein Tag der danach noch wunderbar wurde: begleitet von einer schon unglaublich warmen Sonne ging es ab ca. der Hälfte der Strecke dann wieder um das Eigentliche: Laufen. Es gab wunderbare Gespräche mit zuvor unbekannten Läufern, eine tolle Streckenführung, eine absolut liebevolle Betreuung und letztlich eine nicht ganz so schlechte Form. Alles perfekt also. 12 Stunden draussen gewesen und bis auf ein paar KM am Anfang voller Sorge war es ein perfekter Tag.

Unterm Strich bleiben mit Hin- und Rückweg 87,8 km auf der Uhr. Die bis hierhin längste Strecke! Die 100 km fühlen sich wieder ein Stück möglicher an!

Bildschirmfoto 2015-02-14 um 21.10.37

20150124_mAMa Testlauf Nr. 1

So, die Strecke steht so weit! mAMa ist bereit! Es gibt noch ein oder zwei Ecken, wo wir noch überlegen unsinnige Steigungen einzubauen. Aber das ist Kleinkram. Erfreulich war, dass wir uns an die meisten Abzweigungen auch ohne Uhr noch erinnern konnten – das gibt Hoffnung für den 07.02.2015. Wir sind jetzt auch sicher, dass die Strecke bei starkem Schneetreiben und bis zu 15 cm Neuschnee noch zu überleben ist. Auch das ist sicherlich eine gute Sache. Da wir nichts unversucht lassen, haben wir sogar getestet was mit eventuell Verletzten oder Entkräfteten passieren könnte. Bei KM10 + 14 gibt es eine Bushaltestelle (an der Björn mich leider verlassen hat) und es fährt auch Samstags ein Bus (ziemlich gute Kombi)! Ich bin mir zudem ziemlich sicher, dass es von Raeren (KM28-30) eine Möglichkeit gibt wegzukommen. Das werde ich noch versuchen herauszufinden – nur für den Fall.

Beim Laufen ist mir aufgefallen, dass die Strecke eigentlich schön abwechslungsreich ist und verglichen mit z.B. dem NETT nicht sonderlich schwer. Ein Landschaftsmarathon mit ein paar schön krassen Trails garniert. Manches wird man nicht laufen können – dafür kommen auch immer wieder Abschnitte die leichter sind. Eine ganz gute Mischung. Über die Trail-Passagen lässt sich allerdings soviel sagen:

  • entweder sie sind vereist oder gleichen einem Matschsee (zieht nicht den Sonntagsanzug an)
  • Nasse Füße sind garantiert (im Winter ist mehr Wasser in den Flüssen)
  • wer schonmal über eine gefrorene Kuhwiese gelaufen ist, weiss auch das sich das durchaus komisch anfühlt
  • wenn es schneit: das Geräusch des brechenden Eises, zusammen mit dem kalten Wasser im Schuh sowie dem gleichzeitigen Stolpern über die Wurzeln unterm Schnee ist ziemlich einmalig
  • wenn es nicht schneit: ist nicht viel besser – irgendeine Wurzel stellt sich immer quer!

Wir freuen uns sehr auf euch! Hier noch ein paar Impressionen:

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