Picknick um 11 an der Kirche – Monschau Ultra 2015_09.08.2015

Ach Monschau… Kennen gelernt habe ich diesen wunderbaren Lauf 2011 (Marathon in 4:10 h). Das es mit der Aufnahme in den LTB Aachen einmal zu meinem Heimlauf werden würde, konnte ich damals natürlich noch nicht wissen. Bleibende Erinnerungen an diesen ersten Lauf in Konzen sind trotzdem geblieben: 4 Stunden Regen unterwegs und Autos die mit Treckern von der Parkwiese gezogen werden mussten. Nach 2 Jahren ohne Monschau, folgte letztes Jahr die Rückkehr mit dem LTB Aachen. Auf der etwas längeren 56 km Strecke wurde mir dann bei deutlich besserem Wetter klar, wie schön der Lauf doch ist. Auf der sehr abwechslungsreichen und schönen Streckenführung kam ich mit Björn nach 5:27 h wieder in Konzen an. Schon wieder spielte der Regen eine Rolle und verlagerte das LTB-Picknick von der Wiese vor der Kirche ins Festzelt.

Gefühlte 5 Minuten nach Öffnung der Online-Anmeldung für 2015 hatten der LTB und Freunde von den ersten 6 zu vergebenen Nummern 5 abgegriffen. So war fast das ganze letzte Jahr der Monschau Marathon im Hinterkopf – wie es sich für einen Heimlauf auch gehört. Der K78 zwei Wochen vorher war vielleicht nicht die beste Vorbereitung aber Schwamm drüber – Kopf aus, laufen und geniessen sollte das Motto werden. In einer der LTB-Picknick-Vorbereitungsemails sah der Zeitplan vor: ab 11 Uhr Picknick an der Kirche. Björn und ich nahmen das selbstverständlich sofort zum Anlass für zahlreiche Gedankenspiele – nur zum Spaß versteht sich. In 5 Stunden die 56 km von Monschau zu laufen erschien doch etwas zu zügig. Aber Björn wollte gerne viel vom Picknick abbekommen und in meinem Kopf hatten sich die 5 Stunden auch irgendwo festgesetzt. Helmut wies uns darauf hin, dass wir bei 0605 Uhr Start 4:55 h laufen müssten um es wirklich perfekt zu machen. Mittlerweile hatte Björn mich wissen lassen, dass er die Strecke doch lieber genießen würde und sich nichts aus der Zeit machen würde. 3 Tage vor dem Lauf wiederum überließ er mir die Schuhwahl mit dem Hinweis, dass ich damit eine Entscheidung über die Geschwindigkeit treffen könnte. Ich entschied mich für die kaputten. Und dann war der Sonntag Morgen da: Frühstück um 4 mit allen LTB Ultras, 5 Uhr Abfahrt und pünktlich um 6 Uhr am Start stehen. Das es ein guter Tag werden könnte wurde mir schon früh klar: es war ein unglaubliches Gefühl so viele lieb gewonnene Läufer im Startfeld zu sehen. Eine paar Worte hier, ein paar dort – fühlte sich wie nach Hause kommen an. Nach den ersten paar Kilometern hatten Björn und ich beim nie endgültig beschlossenen Versuch die 5 Stunden zu laufen unsere Geschwindigkeit gefunden. Viel zu schnell beendeten wir die ersten 14 km in 1:05 h und machten uns an den Marathon. Wir dachten nicht an das zu hohe Tempo und lachten die Zweifel weg. Schnell merkten wir, dass wir auch bei dem Tempo noch unseren Spaß hatten. Der Lauf war ein absolut wunderbarer. All die bekannten Läufer, die bekannten Gesichter am Rand, die aufopferungsvolle Anfeuerung, die super Stimmung an den VPs – danke Monschau Marathon. Spätestens nach dieser Ausgabe fühlt es sich wie das eigene Wohnzimmer an. An dieser Stelle geht ein ganz besonderer Dank raus an Stefan Vilvo und Holger von www.trampelpfadlauf.de die zwar leider nicht selbst gelaufen sind, aber dafür die wundervollen Bilder geschossen haben, die in diesem Beitrag stecken. Super Sache Jungs!
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Auf den letzten 10 km wurde uns dann doch bewusst, dass es ein sehr hartes Stück Arbeit werden würde. Björns Schuhe hatten ihm das Laufen nicht unbedingt einfach gemacht und wir brauchten beide ein paar Gehpausen an den steileren Passagen. Dennoch: wer so los rennt wie wir am Anfang und dafür noch immer die meiste Zeit laufen kann am Ende, kann nicht alles falsch gemacht haben. Selbst der Spaß war nicht ganz weg, was uns beiden sehr wichtig ist. Überwältigend war aber etwas anderes: wir waren zusammen geblieben, mussten an der selben Stelle pinkeln, haben zusammen genossen und am Ende sehr, sehr hart gearbeitet und genau das hat uns weiter getrieben. Wir hatten jeder jeweils einen an der Seite in ganz ähnlicher Verfassung, der so bekannt ist, das jedes kleine Zeichen genau wahrgenommen und verstanden wird. Absolut zuverlässig. Wenn der eine kurz gehen muss, dann geht der andere mit. Auf diesen letzten 10 km war dann unser Wunsch doch vorhanden, die 5 Stunden zu packen. Möglich schien es. Jeder km wurde kurz die Restzeit überprüft und dann wurde weiter gemacht. Was mir beim K78 auf den letzten 11 km so gefehlt hat, hatte ich nun an meiner Seite: einer für den anderen – als Team nur schwer zu stoppen. Je näher das Ziel rückte, desto klarer wurde: es wird klappen. Als für den letzten km noch 12 Minuten übrig waren, konnten wir entspannt den letzten Hügel zur Kirche erklimmen: eine halbe Minute vor 11 Uhr. Absolut perfekt wenn auf einmal alles so aufgeht. Wir hatten uns extra ne Tüte Chips auf die 56 km mitgenommen um für die Chip Zeitmessung im Ziel gut gewappnet zu sein:

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Und dann war es geschafft. Chips essend über die Linie – 4:55 h. Ein Blick in Björns Gesicht zeigte mir, dass wir auch kurz gekämpft hatten heute, das aber die Freude dominierte und das es genauso richtig gewesen war. Ein kurzer Dank für den Kampf und ab unter die Dusche. Der Regen drohte nur kurz und die anschließenden Stunden auf der Wiese vor der Kirche mit Freunden und Familien waren wunderbar. Dort zu sitzen und die ins Ziel kommenden zu beklatschen (unglaublich viele bekannte Gesichter darunter) war perfekt. Für mich war es das dritte Mal in diesem Ziel. Sicherlich der perfekteste Lauf bisher. Ein Lauf der erlaubt es auch wieder ruhiger angehen zu lassen die nächsten Male. Die 5 Stunden Marke geknackt und gut ist. Nächstes Jahr dann vielleicht wieder langsamer. Die Online Anmeldung für 2016 soll laut Webseite ja bald schon scharf gestellt werden …

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Nachts sind alle Katzen wach! – PussyRun 5.0

17.01.2015 1825 Nationalpark Infopunkt Zerkall, Startpunkt des Wildnistrails. Es sind tatsächlich alle da, die sich angekündigt hatten. Und sogar noch mehr. Unser persönliches Taxi, welches uns vom Ziel um Start bringen soll, ist sogar extra zum Start gekommen um ein paar Klamotten von uns mitzunehmen. Wir sind sehr dankbar drüber. Nach der Begrüßung sieht jeder zu das der Rucksack gepackt ist und richtig sitzt. Ein Foto. Es ist still, dunkel und kalt. Der Plan von uns sechs ist denkbar einfach: Wildnistrail Nordeifel, falschrum (hat 350 m mehr rauf als runter, insgesamt: 2677 m↑ und 2312 m↓), nachts und im Winter – 85 km Dunkelheit und Einöde also. Zu siebt laufen wir los (ein geplanter Aussteiger begleitet uns bis Heimbach, km 17). Es geht gleich richtig los mit den ersten richtig schweren Höhenmetern. Die Stimmung lockert sich zusehends und wir kommen sehr gut durch bis nach Heimbach. Unsere Nummer 7, die uns hier geplant verlässt, öffnet uns bereitwillig den Kofferraum und wir kommen an Cola und Bananen. Damit nicht genug: wir werden gefragt, was wir so von heißem Tee bei Kloster Mariawald halten würden (7-8 km weiter). Da sagen wir nicht nein und werden tatsächlich nochmal liebevoll auf der zugigen Höhe beim Kloster verpflegt. Einfach perfekt sowas, da gibts gar nicht genug Dankbarkeit und Respekt für diesen Support. Die Stimmung beim Lauf ist gut, auch wenn jeder sich mit so ein paar Sorgen ob der Streckenlänge im Kopf rumschlägt. Keiner scheint sich so ganz sicher zu sein, ob das im Dunkeln und Kalten so gut zu schaffen ist. Wir einigen uns darauf, es Schritt für Schritt anzugehen. Nächster Halt: KM40 – Gemünd.

Über das Laufen an sich ist in dieser Nacht nicht viel zu sagen: es ist perfekt. Alle kommen super miteinander aus, was tatsächlich ein Problem hätte werden können, wenn man 14 Stunden miteinander verbringt. Aber das Gegenteil ist der Fall. In früheren Berichten hatte ich ja schonmal geäußert, dass wenn man mehr als 4 Stunden mit jemandem laufend verbringt, ihn entweder mag danach oder ihn nicht leiden kann. Während 14 Stunden findet man neue, gute Freunde. Stefan nennt das was er macht und liebt oft: simply running! Für diese Nacht passt das perfekt. Jeder ist für jeden da und sorgt so dafür das jeder so gut wie eben möglich durchkommt (was auch das einzige Interesse aller Beteiligten des Laufs ist).

Dann ist KM40 erreicht und uns erwartet das Paradies: Warme Gemüsesuppe, warmer Tee, Baquette, Obst, Cola, Apfelsaft und Wasser. Sogar Riegel sind da. Wir gönnen uns 10 Minuten Pause und genießen einfach. Wer Freunde hat die solch einen Service um halb 1 Uhr nachts irgendwo im Nirgendwo aufbauen, der kann sich glücklich schätzen. Auch der schönste Moment endet irgendwann. Wir machen uns wieder auf.

KM40 war auch gleichzeitig der Point of no Return. Alle wissen das. Vor uns liegen 45 km Nichts, keine Verpflegung, keine Hilfe, jede Menge Dunkelheit und der weitaus schwerere Teil der Strecke. Während am Anfang sehr viele Unterhaltungen zu hören waren, wird das nun etwas weniger. Alles ist reduziert aufs Laufen. Ein eigenartig großartiges Gefühl. Uns ist schon früh aufgefallen, dass wir die Ehre haben unter einem der gigantischsten Sternenhimmel unterwegs zu sein, die ich seit langem genießen durfte. Die unendliche Weite oben und unten das gefrorene Gras, das wie Millionen kleiner Kristalle im Licht der Stirnlampe glitzert. Unbeschreiblich. Langsam, aber unaufhaltsam kommen wir voran, kämpfen uns über enorme Anstiege, halsbrecherische Gefälle und über Singletrails, die rechts so steil runter gehen, das man fast froh ist es nicht komplett sehen zu können. Die Gespräche sind immer noch nicht verstummt, die gute Laune und die Hoffnung das es wirklich alles gut ausgeht ist nie weg. Plötzlich eine Bewegung im Wald. 2 Augen, die eindeutig zu einer Katze gehören die durch den Wald schleicht. Und schnell ist klar, dass es nicht eine Hauskatze sondern die Wildkatze ist, deren Silhouette wir auf unzähligen Schildern hinterher gejagt sind. Geht es perfekter. Ein Tier was sich fast nie zeigt erweist uns die Ehre. Die Nacht hält für mich kurz vor dem Ziel noch einen weiteren großen Moment bereit – die Morgendämmerung. Frei nach Herr der Ringe, nachdem auch die größte Dunkelheit einmal weichen muss, wird es ganz langsam hell. Es hat etwas Magisches. Das Drumrum ist auf einmal wieder da. Wir sind kurz nach Einbruch der Nacht los und jetzt wird es hell. Als es richtig hell ist, ist das Ziel in Sicht. Als wenn es so gewollt gewesen wäre. Wir sind in Monschau-Höfen. Klatschen uns ab. 13:55 h auf den Beinen. Fast vollständig in einer mondlosen Winternacht. Die letzten 200 m führen uns zum Bäcker, wo erstmal heisser Tee, heisser Kaffee und Brötchen verschlungen werden.

Natürlich war es anstrengend zwischendrin, es war unglaublich kalt, es war windig, viele von uns waren an der eigenen Grenze angekommen (keiner musste drüber) und doch sitzen wir 6 zusammen glücklich in der warmen Bäckerei. Abgekämpft, aber lächelnd. Sehr viel investiert und alles gewonnen. Um alles noch ein Stückchen perfekter zu machen gibt es noch die Ehrung die aus der weltbesten Kombi aus Medaille und Urkunde besteht: eine runde Holzscheibe mit dem Symbol des Wildnistrails, welches uns durch die Eifel geführt hat und eine Tüte Anali Kizli von der Firma Mutfak. Die Erklärung: auf der Knorr Tüte sah es aus wie Katzenscheisse und dann auch noch der bestechliche Name. Natürlich musste es die Urkunde werden. Alle  wissen: es hat sich wirklich alles gelohnt. Ein riesen Dank gilt unseren Organisatoren, und den Supportern, für ihre liebevolle Organisation und Hilfe. Ohne euch kein wir!

Bis ganz bald, Freunde – war mir eine Ehre!

Ich lass hier mal Platz für Stefans Video! Und da ist es auch schon!

Und hier nochmal unsere Belohnungen im Bild:

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Noch 2 Bilder von KM40 (Bilder von Dirk Palm – vielen Dank!):

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Es sind diese Tage, die mit einem gemütlichen Frühstück beginnen. Am besten bricht man danach auf, setzt sich ins Auto und fährt zum Treffpunkt um dort noch weitere Freunde zu treffen. Viele alte Bekannte sind da, aber auch neue Gesichter. Alle sind entspannt (trotz Schneesturm) und freuen sich auf den Ausflug. Alle wissen es gibt mehr als genug Zeit sich über dies und das zu unterhalten, gemeinsame Pläne für 2015 zu schmieden, ab und an was zu essen und einfach eine Menge Spaß zu haben. Sehr viele sind gekommen und pünktlich gehts los. Es sind diese Läufe, die komplett ohne Stress verlaufen, wo keiner es wirklich eilig hat (bis auf den Paten vielleicht ;)) und das trotz teilweise heftig kaltem Wind. Es sind diese Läufe, die ohne Verpflegung ausgeschrieben sind und wo sich dann doch sehr viele liebe Menschen den ganzen Tag um die Ohren schlagen um 30 Verrückten Tee, Kaffee und Gebäck in die letzte Ecke der Nordeifel hinterherzufahren. Es sind diese Läufe die man einfach zufrieden beendet, sich von den Freunden verabschiedet mit den Worten „bis bald“ und mit dem guten Gefühl einen perfekten Einstand in das Laufjahr gehabt zu haben wieder nach Hause fährt. Kurzum, es war wieder NEU-Zeit!

Hier sind Stefans Bilder!

Vermutlich kommt auch noch ein Video! Ahh da ist es ja auch schon!

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Mit Trailschuhen wäre das nicht passiert…

Endlich Trailschuhe! Heute beim Vilvo gewesen und mir schöne neue Roclite 295 von Inov-8 und den RacePro 10 Trinkrucksack ebenfalls von Inov-8 zugelegt. Besonders die Schuhe lagen mir schon lange am Herzen. Den ersten 23 km-Test auf spannenden und schneeglatten Singletrails haben sie auch schon mit bravour hinter sich gebracht. Wunderbares Gefühl ins Nichts zu treten und doch Halt zu haben. Stefan hat natürlich nicht ausreichend vor den Gefahren gewarnt, die mit Trailschuhen einhergehen: so verliebt in das neue Laufgefühl vergisst man den Blick auf den GPS-Track und ist dann gezwungen sich mitten durch den verschneiten Wald zu schlagen… Hätte nur noch gefehlt das wir uns so verlaufen hätten, dass ich gezwungen gewesen wäre Schnee in der Trinkblase zu schmelzen. So schlimm wurde es dann doch nicht. Jedenfalls stünde jetzt auch Abendteuern wie 85 km im Winter auf Trails durch die Nacht ohne Support nichts mehr im Wege. Aber wer würde sowas schon tun…

Inov-8 hatte schon ein gutes Gefühl beim verpacken der Schuhe, wie die Innenseite des Kartons beweist:

 

Inov-8