Der 13. Rheinsteig-Erlebnislauf: in 8 Tagen 320km von Bonn nach Wiesbaden

Ganz egal, was du dir für das neue Jahr vorgenommen hast: Mehr Ruhe, das erste Mal die Marathonmarke hinter dir lassen, erste Ultra-Trail-Erfahrung sammeln, dich für einen längeren Wettkampf vorbereiten, mehr lecker Essen, eine Woche mit  Gleichgesinnten verbringen, mal einen der schönsten deutschen Wanderwege zu Fuß erkunden, einfach etwas Gutes tun und dem Laufen oder Wandern einen Sinn geben… Der VP-Sucher hat da etwas Feines für dich: den Rheinsteig-Erlebnislauf 2018 in der Woche vor Ostern!

Du hast die Wahl:

  • Alle 8 Tage oder einzelne Etappen
  • In der Gruppe laufen oder wandern

vom 23.03. bis zum 30.3.2018 laufen wir mit euch über den Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden. Quatsch mich nicht voll, ich will mich anmelden!

Der Lauf

Die Idee für diesen Lauf stammt nicht von uns. R(ud)olf und Brigitte Mahlburg haben sich das Ganze ausgedacht. Beide laufen Marathon & mehr und dazu braucht es gesunde Muskeln. Auch wenn wir das bei unseren Läufen oder auch im Alltag oft als selbstverständlich hinnehmen und uns wenig Gedanken darüber machen: Die gesunden Muskeln hat nicht jede*r. Als Rolf und Brigitte von der „aktion benny & co“ hörten, die sich für an der unheilbaren Duchenne-Muskeldystrophie erkrankte Kinder einsetzt, gerieten sie ins grübeln. Sie wollten der Aktion und den betroffenen jungen Menschen mit dem helfen, was sie gut können und damit auch andere motivieren, sich Gedanken zu machen und zu helfen. So entstanden verschiedene Spendenläufe unter dem Motto „Gesunde Muskeln für kranke Muskeln!“. Einer davon ist der Rheinsteig-Erlebnislauf. Von 2006 bis 2017 zeigten sie hunderten Läufer*innen und Wanderer*innen das Rheintal im Laufschritt. Ziel war von Anfang an nicht, möglichst schnell das Tagesziel zu erreichen, sondern Landschaft und Gemeinschaft und natürlich auch das köstliche Essen zu genießen. Unterwegs sammelten sie dabei einen sechsstelligen Betrag für benni & co und gegen die Duchenne-Muskeldystrophie. Mit der 13. Ausgabe haben sie das Staffelholz weitergegeben: Der Öcher, der hier häufiger seinen Senf dazu gibt und den Pfad- und den VP-Sucher zusammengeführt hat, zusammen mit seiner Frau und ich, der VP-Sucher, mit meiner Freundin organisieren inzwischen den Lauf und führen euch über den Rheinsteig. Dabei werden für jeden gelaufenen Kilometer 50 Cent gespendet, die wir für die aktion benni & co sammeln. Diese wiederum hilft an der Duchenne-Muskeldystrophie erkrankten Kindern.

Manchmal sagen Bilder ja mehr als Worte:

Ob einen Tag, ob die ganze Woche, ob wandernd oder laufend: Wir freuen uns darauf, euch auf dem Rheinsteig zu sehen! Je früher ihr euch meldet, desto besser können wir euch noch mit Betten versorgen. 😉

Fragen könnt ihr gerne in den Kommentaren, beim VP-Sucher oder auf der Facebook-Seite loswerden.

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

DMD ist eine unheilbare Erkrankung. Die Diagnose verändert das Leben der Familie nicht nur schlagartig, sondern auch dauerhaft. Der Umgang mit dem geliebten Kind, die Anpassung an die Gesellschaft, die weitere Entwicklung zum Beispiel hinsichtlich der Schulbildung und viele andere Sorgen prägen den Alltag. Im Alter ab acht Jahren sind die von der Muskelschwäche betroffenen Jungen an den Rollstuhl gefesselt.  Weiterführende Infos gibt’s bei der DGM.

aktion benni & co e.V.

setzt sich dafür ein, die Forschung zur Entwicklung von Therapien zu forcieren und die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern. Die Aufklärung der Öffentlichkeit sowie die Umsetzung sozialer und psychologischer Projekte für DMD-Familien sind weitere Herausforderungen der Patientenorganisation. Dank Spenden oder Schenkungen kann aktion benni & co e. V. Zukunft für muskelkranke Kinder und Jugendliche möglich  machen.
Weitere Infos: www.benniundco.de

Essen fassen!

Als kleine Auflockerung zwischen all den öden Laufgeschichten – es gibt eine neue Seite im Menü: die über die Jahre gesammelten Rezepte findet Ihr dort endlich vereint. Wir essen bekannter Weise genau so gern wie wir laufen… Am Liebsten machen allerdings beides gleichzeitig. Guten Hunger:

Hier gehts lang!

OSO 2017 – Alles beim Alten!

#4. So langsam ist alles richtig vertraut:

  • der Baum an dem man sich festklammern kann.
  • die Linkskurve in der Helmut und Björn mich damals mit der Tabellensituation des BVB aufgezogen haben.
  • der eine Hügel und der andere Hügel.
  • der eine viel zu steile Downhill.
  • die Suppe an VP3 die aussieht wie Schlamm, aber ganz lecker ist.
  • die Alu-Lasagne im Ziel.
  • die eine Eisenbahnbrücke über den Fluss mit dem Abhang danach auf dem die viel zu großen und unangenehmen Steine liegen.
  • der letzte VP mit viel Bier und Grill.
  • der eine Trail der geradewegs die steilste Stelle des Berges hoch führt, zu verdanken einer Streckenänderung von 2014 auf 2015.
  • Berge von Chips an den VPs.
  • der eine Trail bergan, der sich in Serpentinen den Berg hochwindet und in Treppen mündet – hier könnte man problemlos die HdR Szene vor der Begegnung mit Kankra nachstellen. Falls NZL mal zu weit weg sein sollte…
  • die Lauffamilie, die dieses Jahr durch die LEO Orga und Starter noch größer geworden ist.
  • kurzum: alles noch da! So wie es sein sollte.

Ich spreche erneut eine Laufempfehlung und auch gleichzeitig eine Warnung aus. Olne-Spa-Olne ist genau dann zuende wenn man das Zielbanner sieht. Alle offiziell verkündeten und unterwegs zugerufenen Entfernungsangaben sind schlichtweg falsch. Davon darf man sich nicht irritieren lassen. Das ist der OSO wie man ihn entweder mag, oder auch nicht. Ich hab genau ein symbolträchtiges Bild (Abbildung ähnlich!!!) mitgebracht, dass die Strecke beim OSO gut zeigt:

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Ne, war nur Spaß. Aber ich hab den Vilvo am Start gesehen – da warten wir doch lieber auf die bewegten Bilder!

Und da ist es ja auch schon – DAS VIDEO vom Vilvo!

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Was leider auch gleich geblieben ist, ist die momentane Verfassung von mir. Die erste Hälfte läuft meist ganz gut, aber die zweite dafür um so schlimmer. Der Kopf ist blockiert. Das Ziel zu erreichen scheint zwar lohnenswert, motiviert aber überhaupt nicht mehr. Der Spaß am Laufen schwindet dann schnell. Vieles was früher leicht war, wird dann zu mühevoller und abnutzender Arbeit. Der Schatten des früheren Selbst läuft quasi nebenher und hat alle Leichtigkeit und Freude mitgenommen.

Die eisige Eifel und der Biber

Jedes NEUe Jahr bringt direkt am zweiten Sonntag eine nette (argh…) Tradition in die Nordeifel. Eine überdurchschnittlich vernünftige Teilmenge vereinsamter und mehr oder weniger erfahrener Ultraläufer der näheren Umgebung versammelt sich um 09:00 Uhr in der Früh auf dem Annakirmesplatz in Düren. Empfangen vom Ein-Mann-Organisationsteam bestehend aus 3 Personen (unserem Organisator und Dompteur sowie zwei liebe Menschen, die sich gern den Tag mit Autofahren und Kaffee ausschenken um die Ohren schlagen), geht es pünktlich auf die altbewährte 56 km-Strecke. Diesmal gab es ob des Eises auf der ersten Hälfte der Strecke mal wieder spannende NEUe Bedingungen. Alle insgesamt 13 NEUlinge hatten gehörigen Spaß in den Eishängen der NE. Bis auf einen. MacGuyver (aka. der Flussläufer) bastelte sich schnell aus Teilen seiner Ausrüstung Schneeketten für die Trailschuhe und minimierte damit sein Rutschvergnügen beträchtlich. Die zweite Hälfte der Strecke war dann meist eisfrei und auch der Nieselregen vom Vormittag verzog sich. Die wie immer fantastische Betreuung ließ das Laufen einfach vom Fuß gehen. Fast wähnte man sich bei einem dieser sich der Serviceverbesserung verschriebenen, dem Trailrunning-Hype folgenden Schickimicki-Fun-Extrem-Hindernis-Spektakeln. Ne, Scherz.

Sonst ist das Schöne am NEU die Gelegenheit mit vielen höchst unterschiedichen Leuten einmal ausgiebig zu reden, zu fachsimpeln, zu planen und zu genießen. Über die Jahre gewinnt man natürlich auch eine etwas NEUe und entspanntere Sichtweise auf die Dinge, die bei einem 56 km-Lauf im Winter passieren könnten und das erhöht den Genuss eben dieser Dinge, dem Kontakte pflegen, dem NEUe Kontakte aufbauen, dem Freundschaften vertiefen und dem Genießen einfach dort draußen im eisigen Nebel der NE unterwegs sein zu können ungemein.

Verbeugen und bedanken wollen wir uns vor Stefan samt Familie für den Lauf und die Betreuung – einmalig super, für uns schon zum vierten Mal. Wir freuen uns auch besonders mit dem Teil des LTB Aachen der uns beide begleitet hat und für den es die erste Berührung mit einem Event dieser Art und in einem Fall auch der weiteste Lauf jemals gewesen ist. Chapeau!

Bilder von uns gibt es hier und hier. Bilder von Stefan hier und natürlich sein wie immer famoses und sehr empfehlenswertes Video inkl. Bonusmaterial von Justin dem Biber.

Das NEUe Jahr hat jedenfalls sehr gut angefangen.

Mit dem letzten Zug nach Lüttich – Weser_Nachtlauf

Damit ist der vierte Fluss geschafft. In guter alter Tradition sind wir mit dem letzten Zug irgendwo hin gefahren. Diesmal war es also Lüttich. Wieder mit dem Plan im Kopf und dem Track auf der Uhr einen Fluss zu erlaufen. Die Weser mündet in Lüttich in die Ourthe, welche wiederrum in Lüttich in die Maas fließt. Genau genommen sind wir also an 3 Flüssen gelaufen. Kurz nach 23 Uhr ging es am Bahnhof in Lüttich los. Diesmal waren wir zu dritt – zumindest für einen großen Teil der Strecke. Der Pfad- und der VP-sucher hatten bis Eupen wunderbare Begleitung von Thorsten.

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VP-sucher und Reflektorhose vorm Bahnhof in Lüttich

In Lüttich wollten wir gern noch Cathy „Hallo“ sagen – aber leider war niemand zu Hause :(.

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Cathy wo warst du?

Die ersten Stunden der Nacht waren geprägt von Szenen in orangenem Nebel und, wann immer das direkte Weser-Ufer rechter und linker Hand verlassen wurde, von teils halsbrecherisch steilen Trails mit teils nicht mehr laufbarem Untergrund. Ganz schön anstregend für Kopf und Sprunggelenke.

Sonst haben wir uns natürlich immer wieder aus unseren Rucksäcken gestärkt, uns mit Geschichten versucht wach zu halten und so gut es ging voran zu kommen. Wir waren uns alle einig, dass die Landschaft sicher sehr reizvoll wäre, wenn man denn mehr von ihr sähe – aber es war merkwürdig dunkel in BE. Unser Trio harmonierte bis auf temporäre Ausfälle vom Pfadsucher hervorragend und wir hatten eine wunderbare Zeit. In Eupen hat Thorsten schon den Kaffee in Aachen gerochen und hat sich entschlossen den Shortcut (22 km) nach Aachen anzutreten.

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In Eupen war der neue Tag schon zu erahnen.

Zu zweit ging es dann weiter in die letzten Stunden und hoch in Richtung Hohes Venn. So dunkel die Nacht auch war, so schön wurde der Morgen. Der angekündigte Nebel blieb aus, keine Wolke am Himmel. Die Trails wurden noch einmal wunderschön und es war schon eine Erleichterung das es mittlerweile hell war.

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Ein echtes Highlight auf dem Weg war die Wesertalsperre. Erstaunlich leer, unfassbar riesig und mit schönen feinen Trails am Ufer.

Auf den letzten Metern ins Moor begleiteten uns Chemtrails (auf denen kann man gar nicht laufen) und in der Morgensonne dampfende Wege.

Im Quellgebiet haben wir dann noch einen Hinweis auf den Fluss gefunden, dem wir nun schon Stunden gefolgt waren:

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Pflichtbewusst sind wir noch weiter ins Venn gelaufen, dorthin, wo nach unserer Karte das letzte Stück Weser verzeichnet war, das wir finden konnten. Die Bilder sprechen für sich.

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Von dort ging es mit den letzten Kräften nach Simmerath zum Bushof und mit dem Bus zurück nach Aachen. Insgesamt 86 km, etwas mehr als 14 Stunden waren wir unterwegs.

Hier ist die Strecke – falls ihr auch wollt.

Für eine handvoll gelbe Stangen (PussyRun 7.0)

Nichts hatten sich die beiden Veranstalter mehr gewünscht als endlich mit einer Tradition zu brechen. Die schon fast traditionelle Anzahl der Läufer, die die gesamte Strecke überleben, auf mehr als 6 zu erhöhen. Viele der vorheringen Ausgaben hatten eben genau diese Anzahl an Finishern und es schien ein Fluch über der Veranstaltung zu liegen. Die verflixte siebte Ausgabe hat diesen nun endlich gebrochen. Passenderweise schafften es genau 7 Läufer die 85 nonstop-Kilometer auf dem Wildnis-Trail des Nationalparks Eifel zu bewältigen. Auf der Nationalpark-Webseite mit vier Tagen beworben, hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass Zeiten zwischen 12 und 14 Stunden auch ausreichen um von Höfen nach Zerkall oder auch von Zerkall nach Höfen zu gelangen. Unabhängig von Jahres- oder Uhrzeiten. Das Pussy Wochenende wurde am Abend vor dem Lauf mit bester Laune und den üblichen Pflegefällen in Nationalpark Infopunkt in Zerkall mit einer Pasta-Party begonnen. Welch ein Gelage. Diesmal waren wir sogar besonders gut ausgestattet:

Nach der Schlafsackübernachtung gingen die Wecker um kurz vor sechs, Frühstück, Autos und Rucksäcke packen und ab nach Moschau-Höfen. Pünklich um 5 vor 8 ging es auf die Strecke. Zu dem Zeitpunkt gab es leider schon einen krankheitsbedingten Ausfall und der zweite sollte auch nicht lange auf sich warten lassen. Nach ungefähr 800 Metern und auf dem ersten etwas unebeneren Stück knickte einer unserer Kameraden um und musste nach ca. 20 km ins Versorgungsauto wechseln. Damit war der Druck immens. Es waren noch genau sieben Läufer mit Durchlaufambitionen verblieben – für den großen Traum von mehr als 6 Finishern durfte also nichts mehr Schiefgehen. Unterwegs war die Stimmung ausgelassen wie bei der Zusammenstellung der nicht immer pflegeleichten Charakte zu erwarten waren. Es wurde viel gelabert, gelästert, gelüstet, geliebäugelt, gelitten, gelahmt und auch ein wenig gelaufen.

Traumhafter Support,

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Trailpommes am vorletzten VP!!!

schöne Gespräche, viele blöde Wortspiele und immer schöner werdendes Wetter (bis hin zum umwerfenden Vollmond) brachten uns langsam aber sicher wieder zurück zum Grill, zum Bier, weiteren Gesprächen bis tief in die Nacht und zu unseren Schlafsäcken.

Es bleiben die Eindrücke, die neuen und alten Freundschaften, die Pläne, die Träume und ganz viel Angst vor der nächsten Ausgabe. Denn obwohl wir uns von vielen überflüssigen Wortwitzen befreien konnten, die Idee der nonstop-back-to-back-Pussy konnten wir nicht begraben…

NETT & Jeck

Einen Tag nach dem erfolg- und essensreichen „mAMa reloaded“ war der Hunger groß und die Füße und Beine waren verwöhnt. Struppi hatte Lust auf mehr! Was könnte es da besseres geben als den NETT & Jeck – einem wunderbaren Traillauf durch die Nordeifel, der seinem Namen alle Ehre macht. Um die Spannung rauszunehmen: Einen VP gab es auf diesen schönen Trails durch die Nordeifel leider nicht. Aus dieser Sicht hat sich die Anreise nicht gelohnt – aber das haben wir ja schon vorher vermutet und deshalb unsere Rucksäcke gut gepackt mit Brötchen, Nüssen, Schokolade, Riegeln, Bananen, Pferdemaske und Tuschmaschine: Was man eben so am Karnevalsonntag gebrauchen kann, wenn man mit dieser Truppe unterwegs ist. Bereits am Vortag zeichnete sich ja ab, dass wir wieder mit den üblichen Verdächtigen unterwegs sein würden:

Ein sehr nettes Trüppchen, mit dem es sich in wunderbarer Atmosphäre laufen und durch den Matsch waten ließ. Nach dem mAMa hatte ich da ein hübsches Bild von gemütlichen Waldwegen, trockenen Füßen und dem einen oder anderen laubbedeckten Pfad im Kopf. Aber der Vilvo lässt sich nicht lumpen und zeigt mit seinen Jahren der Trailerfahrung, dass wir noch einiges zu lernen haben: Auch an diesem trockenen Tag hatte der NETT & Jeck noch mehr Schlamm zu bieten als der mAMa und auch was die schönen, ehemaligen Trails (manche würden wohl hinzufügen ‚aktuellen Brombeerfelder‘) angeht, hat der Lauf einiges zu bieten. Wo die mAMa Lust auf mehr gemacht hat, da hat der NETT & Jeck geliefert.

Man weiß, dass man auf gutem Weg ist, wenn selbst der Vilvo sich fragt, wo denn nun der Weg sein könnte:Mittel-Nett_Jeck_2016_15

Danke für einen weiteren tollen Lauf, Stefan. Danke an alle, die zur tollen Atmosphäre am Narrenwochenende beigetragen haben. Täätäääää! Es sind diese kleinen, wunderbaren, versteckten Läufe, die fernab von jedem Trubel in einer großen, herzlichen, eingeschworenen Familie stattfinden, die das kompetitive Futtern zu etwas machen, das Kraft, Ruhe und Gelassenheit schenkt.

Ein paar Bilder und natürlich das obligatorische Video gibt es auch bei Vilvo, der es bestens versteht, Wege und Schuhwerk aufeinander abzustimmen. 🙂

 

Hin & NEU (10.01.2016)

Nach Hin & NETT konnte es nur eine logische Fortsetzung geben: Hin & NEU! Stefan hatte wie alle Jahre zum Nord Eifel Ultra geladen und alle waren da. Doch der Reihe nach! 0315 aufstehen, 0430 loslaufen in Aachen: 38 km bis Düren Annakirmesplatz. Wie angesagt erwischte uns um 0515 der dicke Regenschauer mit viel Wind und ein paar Blitzen. Mit Regenjacke ging es dann weiter. Es war einer der Tage wo es einfach nicht hell werden will. Da die Strecke hauptsächlich über große Wege führte (bis auf die kurzen Passagen wo der Track in den Wald, in die Dornen oder auf den Singletrail wollte) lief es ganz gut und wir waren im Zeitplan. Irgendwann wurde es doch hell und die Sonne kündigte einen tollen Tag an. Pünktlich um 0845 waren wir auf dem Annakirmesplatz und die Familie stand schon bereit. Über das Laufen und die Strecke wurde hier schon viel geschrieben. Der auf dem Hinweg versprochene Schlamm war überall und die immer mal wieder etwas trailigen 56 km durch die Nordeifel sind wunderschön. Immer wieder gerne, Stefan. Auch die liebevolle Betreuen von Stefan´s Familie und Freunden war wie immer genial. Vielen Dank dafür. Es hat mir das Laufen sehr erleichtert. Das Loslaufen mit 38 km in den Beinen in einer Horde erfahrener Ultras ist immer hart – mit der Zeit werden die Unterschiede dann Gott sei Dank immer etwas kleiner. Ansonsten war es ein wundervoller Tag, viele liebe und schöne Gespräche mit den Mitläufern. Man muss sich einfach wohlfühlen in der Truppe. Pläne wurden geschmiedet, persönliches besprochen, sich näher kennen gelernt – so verfliegt das Laufen selbst mit schweren Beinen. Der Nachhausefahrservice von Ina und Tobias setzte dem ganzen die Krone auf. Vielen Dank für den Service! Das war super!

Insgesamt 96 km. Oder wie Björn sagen würde: „endlich der erste längere Lauf in diesem Jahr“! 🙂 Spaß bei Seite: für die Strecke, die Distanz und den momentanen  Zustand war es sehr gut und lief ohne größere Probleme. So darf es weitergehen. Bereit für das was in 2 Wochen auf uns wartet!

vOLNE tOLNE SPAßveranstaltung

Der letzte Sonntag im November hält immer etwas Besonderes bereit: Olne-Spa-Olne. Die Erinnerungen an letztes Jahr waren im Vorfeld etwas verblasst – was noch parat war: Hinfahren ist Pflicht. Diesmal war ich leider allein unterwegs und hab mich deshalb für Musik beim Laufen entschieden. Wecker auf 5, los um 6, Nummer geholt um 7 und dann der Start um 8 Uhr. Ich weiß nicht warum, aber OSO ist ganz speziell.

Es ist nicht so, dass das Traillaufen etwas Neues wäre, oder ich vor allzu viel zurückschrecken würde, aber OSO setzt noch einen drauf. Woran genau das liegt vermag ich nicht zu sagen. Erst einmal ist es sehr viel Trail und dann fällt glaub ich die Bodenbeschaffenheit stark ins Gewicht. Wer kennt sie nicht, die schönen Singletrails auf weichen Tannennadeln, auf moosbedeckten Steilhängen und auf Traumpfaden die so schön sind das man die Augen kurz zu macht. All das ist nicht im Programm von OSO. Steine, unendlich viele Steine (und zwar nicht die schönen kleinen, sondern die, die sich durch die Schuhe bohren, oder die gerade so aus dem Boden gucken, dass ein Sturz unausweichlich ist), knöcheltiefer, klebriger Schlamm, wadentiefes Wasser… Das komplizierte daran – dauernd wechselt das hin und her. Nichts ist mit kurzer Entspannung für Beine und Kopf – das sind 69 km höchste Konzentration. Jeder Schritt ist anders und jeder ist mit einem Hinderniss versehen. Jedes mal überlegen: wo trete ich hin und was hat das für Folgen. Zermürbung in Reinstform. Der einzige Grund für die ab und an kurz vorhandenen Straßen und Waldautobahnen ist wohl, falsche Sicherheit vorzuspielen und die Läufer an der Aufgabe zu hindern :). Es ist eine Strecke zum Liebhaben. Eindrucksvoll war wieder der 3 km Anstieg relativ am Ende auf einem breiten Waldweg. Genau perfekt zwischen zu steil zum Laufen und zu Flach zum gehen. So das man wahnsinnig wird. Die ganze Zeit ist der Gedanke im Kopf: wenn das hinten so runter geht, dann kann man mal ein Stück rennen. Irgendwo ahnt man aber auch was dann Realität wird. Oben angekommen gehts im 90° Winkel ab, Singletrail, der auf gefühlt 200 Metern alle Höhenmeter vernichtet. Während man sich auf allen Vieren an den Abstieg macht ist die einzige Option: über sich selbst lachen. Wie konnte man nur hoffen es wird leicht? Geniale Strecke.

Das Tolle an OSO: alle sind mit Feuereifer und ganz viel Freude dabei. Man kann nicht einfach als mit einem Grinsen durch den Trail zu stolpern. Wenn man sich die Freude und Ironie nehmen lässt gewinnt der Trail auf jeden Fall. Ich musste lachen als ich den ersten VP erreichte: ein 10 Liter (Farb-)Eimer mit Rosinen und eine doppelt so gr0ße Schüssel Chips. Ich war zu Hause angekommen. Überhaupt: es gibt nur alle 16 km einen VP (ich hab das als angenehm empfunden – so wurde ich beim Laufen nicht zu sehr gestört), aber dafür ist die Stimmung prächtig. Für alle die es mögen: die Belgier grillen auch bei Dauerregen. Wer sich ein halbes Schwein auf Toast bei km 48 oder 64 vorstellen kann, dem wird geholfen. Wein und Bier sind inklusive, versteht sich.

Das Wetter war auch perfekt: richtig viel Regen vorher, leichter Regen unterwegs. Wie der Vilvo immer behauptet: „jede gute Strecke wird durch viel Regen noch viel besser“! Ich sage immer: der Mann weiß wovon er spricht. OSO ist eine dieser Strecken. Alles wird soviel schl… äh besser! Soviel weniger laufbar – soviel schöner!

Was das Laufen an sich anging: lief eingentlich. Bis auf den Sturz bei km 29 und die leichten Schmerzen auf den letzten 40 km bin ich gut durchgekommen. Für OSO-Verhältnisse, versteht sich. Scheinbar genau richtig viel gegessen und getrunken; lediglich der VP bei km 48 kam zu einem falschen Zeitpunkt. Aber das Tief war nicht allzu lang.

Die letzte Gemeinheit der Organisatoren ist: man läuft auf den letzten 3 km zweimal an einem Schild vorbei auf dem Olne steht. Zu dem Zeitpunkt hofft man einfach auf das Ende und muss dann immer nochmal einen kleinen Schlenker weg vom Dorf… OSO zu finishen fühl sich eigenartig und besonders an. Die Strecke strengt einen nicht einfach nur an, sie kotzt einen aus. Merhmals. Als ich nass, blutend, schlammig und absolut fertig ins Ziel gestolpert bin und auf französisch gefragt wurde ob es schön war, hab ich „really nice“ gesagt. Ein abweisender und erschrockener Blick war die Folge. Ob das am Englisch oder meinem Aussehen lag, ist mir nicht klar. Als ich die Daumen gehoben hab und geseufzt habe, war die Welt wieder in Ordnung. Es ist ein Zieleinlauf für den man unterwegs sehr viel investieren muss. OSO ist was die Streckenführung und Beschaffenheit angeht ein Schlag ins Gesicht. Und doch ist unterwegs immer die Freude mitgelaufen und Olne doch noch wiederzusehen am Ende und nicht im Nirvana verloren gegangen zu sein, macht einfach glücklich. Man verlässt Olne nie ohne noch eine Rechnung offen zu haben mit der Strecke – wir sehen uns 2016.

69 km; 7:43 h; Platz 38

Traildorado 2015

Es war ein wunderbares Wochenende im Arnsberger Wald. Und das, obwohl das Laufen an sich für mich schwerer war als jemals zuvor. Alle Berichte und Reaktionen nach dem Lauf beginnen immer mit den gleichen Reaktionen: tiefe Dankbarkeit für den Organisator Michele Ufer samt Familie und seinem perfekten Team bestehend aus scheinbar zahllosen Helfern. Das was da das ganze Wochenende sowie die Wochen davor und die Tage danach geleistet wurde und wird, nötigt Respekt ab. Einer aus dem Helferteam meinte morgens um 10 Uhr zu irgendwem: ich fühle mich so als wäre ich die 24 Stunden selbst gelaufen. Das glaub ich nur zu gern: erst am Samstag als es noch hell war das Kind durch den Wald schleppen und die Läufer auf der Strecke anfeuern, dann als es dunkler wurde mit Gitarre ab auf den dunklen und eiskalten Trail um jeden Läufer besingen um dann am frühen Sonntagmorgen wie selbstverständlich immer noch dabei zu sein, zu helfen, zu klatschen, zu motivieren, zu lachen – das ist mit Sicherheit Schwerstarbeit. Ich hab Betreuer gesehen die mit so viel Spaß und Energie dabei waren, dass sie um 4 Uhr schlafen gegangen sind um um 4:30 wieder an der Strecke waren weil sie nicht schlafen konnten. Glaubt ja nicht wir Läufer hätten das nicht gesehen und gespürt das ihr da wart – ihr wart einfach super. Wer auch immer die Idee mit den Kerzen und den Knicklichtern hatte: Daumen hoch – es sind oft die kleinen Sachen die viel Gewicht haben. Und es gäbe noch so viel mehr zu loben: das umwerfende Buffet, das Feuer, die Musik, das Haus, die Strecke (wenn auch nicht ganz einfach ;)) – es war wunderbar!

Auf den Traildorado aufmerksam geworden bzw. aufmerksam gemacht worden bin ich immer mal wieder in den letzten Jahren und doch hat es einige Zeit gedauert bis ich mich mal richtig ernsthaft damit beschäftig habe. Da ich selbst aus Herdecke komme dachte ich mir Anfang 2015: da organisiert jemand aus Herdecke irgendwas Verrücktes – vielleicht sollte man mal da vorbei schauen. Helmut und Björn waren auch nicht abgeneigt und an ihren Reaktionen nach dem Lauf konnte man ablesen: auch ihnen hat es sehr gefallen. Es war ein tolles Wochenende in kleiner LTB Aachen-Runde. Mit Helmut, Martine, Björn und Maren hatte ich einfach tolle Menschen auf und an der Strecke. Danke fürs Laufen, Helfen, Unterstützen, Aufrichten und Anfeuern! Die Kombi war perfekt – das „Team“ hat sehr geholfen die richtigen Entscheidungen zu treffen und sie nicht zu sehr zu bereuen!

Es gibt sehr viele verschiedene Gründe warum mir das Laufen an sich an diesem Wochenende unglaublich schwer gefallen ist – ehrlich gesagt gab es nur sehr wenige Runden wo es sich richtig gut angefühlt hat. Das Gefühl war dann leider auch immer wieder nach 1-2 km vorbei. Einzig die oben beschriebene Stimmung hat mich auf der Strecke gehalten und mein Kopf hat mich nach der Pause nochmal zurück kehren lassen um zumindest das Minimalziel zu erreichen. Selten oder sogar nie zuvor musste ich so sehr beißen für jeden Kilometer! Es gibt wohl einfach so Tage wo es nicht läuft. Da ich vor den 24 Stunden kapitulieren musste ist für mich leider nicht die Uhr stehen geblieben, sondern nur der Kilometerzähler. Was bleibt ist mit 102,5 km und 3000 hm ein persönlicher Weitenrekord und auch was die Höhenmeter angeht war es eine neue „Höchst“leistung.

Zum Schluß noch meine Glückwünsche an Struppi. Es war ein Traum dich so laufen zu sehen! Da du mich gut betreut wusstest konntest du dich lösen – ich weiß das dir das schwer fällt – und allen mal zeigen wie man über die Trails tanzt. Wir haben im Vorfeld oft über die Deutsche Meisterschaft gescherzt aber als 4. warst du verdammt nah dran. Und wenn du nicht immer wieder mit mir gegangen wärst hättest du dir den 3. Platz locker geholt. Ich weiß das alles bedeutet dir nichts – danke für den Support und Glückwunsch zu den 100 Meilen. Verdammt stark! Was das Fehlen der besten Wortspiele der Welt angeht: sorry – ich gelobe Besserung! Wenn alles gut geht bekommst du ja im Mai 2016 dann auch was für deine nächsten 100 Meilen was deine Gürtel besser zusammenhält. Um dich mache ich mir was das angeht jedenfalls gar keine Sorgen mehr! Irgendwie passend das es für dich in Arnsberg angefangen hat – wo es dann nächstes Jahr wieder los geht. Ich hab jedenfalls öfter mal an die TorTour gedacht und an Jens der ja immer mal wieder irgendwo postet: 100 km gehen immer!

Der Applaus bei der Siegerehrung hat Michele hoffentlich deutlich gemacht – das war aussergewöhnlich und fast alle würden wohl nächstes Jahr wiederkommen. Wenn sogar die Angehörigen der Läufer nach einem 24 h-Lauf sagen es war so schön das sie nochmal mitkommen würden, ist das sicher das größte aller möglichen Komplimente!

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