Für die Spontanen unter euch hier der letzte Warnung vor dem nächsten Lauf mit dem Pfadsucher-Team. Morgen starten wir um ca. 0700 in Rheine am Bahnhof und laufen den Hermannsweg. Ihr seid alle herzlich eingeladen uns zu begleiten. Wir bitten zudem zu bedenken, dass unser Email-Support darunter etwas leiden wird. Der Lauf bekommt durch die Zeitumstellung leider einen etwas faden Beigeschmack: egal wie gut wir sein werden – mitten in der Nacht wird es eine Zeitstrafe von einer Stunde geben :(. Wir verabschieden uns für ein paar Stunden und wünschen ein schönes Wochenende!
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VPsucher_661
Der VPsucher macht derzeit so nebenher die Goldsteig-Challenge. Die Idee ist vom Meldeläufer abgeschaut, der VPsucher aka Struppi zieht das aber ohne offizielle Registrierung auf der Challenge-Seite in aller Stille durch. Die Aufgabe: 661 km im Monat März 2017.
Seinen Fortschritt könnt ihr hier verfolgen!
[Save the date] mAMa 2018
Es gibt gute Neuigkeiten für alle mAMa-Verehrer: ganz plötzlich hat sich eine neue Seite auf den Blog geschlichen!
Laufen lassen.
Der Dezember 2016 mit seiner sehr langen Nacht und der Januar 2017 mit seinen endlosen Stränden waren für uns für uns zwei besondere Besuche in unserem lieb gewonnenen Nachbarland. Beides Läufe die aufgrund ihrer diversen Rahmenbedingungen alles andere als im Vorbeigehen mitzunehmen waren. Eine Woche nach dem Strand“urlaub“ hatten wir dann mit der dritten Ausgabe unseres mAMa´s ein weiteres Highlight ganz früh im Jahr. Damit ist Anfang Februar, wenn man den NEU noch dazu nimmt, schon viel passiert in 2017. Davon musste sich zumindest ein Teil von uns beiden (der Pfadsucher) etwas erholen. Das bedeutet dann bei uns, dass es eine Phase gibt, wo wir nicht täglich mehrere Emails hin und herschreiben und nicht dreimal die Woche laufend zusammen unterwegs sind. Etwas Abstand in der Laufbeziehung sozusagen. Solche Phasen sind schon häufiger vorgekommen und gehören einfach dazu. Ohne wirklich Kontakt gehabt zu haben wissen wir doch ganz gut was der andere in diesen Tagen so tut. Der eine läuft wenig und beschäftigt sich mehr mit anderen Dingen (Pfadsucher) und der andere läuft vermutlich um so mehr obwohl der sich auch mehr mit anderen Dingen rumschlägt (VPsucher).
So sicher wie diese Zeiten immer wieder mal kommen, so sicher ist es, dass sie auch wieder enden. Es ist das kurze Erholen und Luftholen vor den nächsten Abenteuern. Und in der Tat, wir waren nicht ganz untätig. Die nächsten Monate sind jeweils gespickt mit einem etwas längeren Lauf. Mal privater Natur, meist aber Wettkämpfe.
- Los geht es sehr wahrscheinlich Ende März mit einer privaten Umsetzung einer Facebook-Planung. Das bei Facebook geplante wird wohl verschoben, uns passt aber der Termin gut in den Kram. Wenn wir wieder miteinander reden und Zeit zum Planen hatten, werden wir euch informieren was da kommt.
- Ende April geht es wieder nach Iserlohn. 24 h um den Seilersee. Dort hatten wir letztes Jahr schon eine „Traumzeit“ und werden dies hoffentlich dieses Jahr wieder haben. Bei dem Teilnehmerfeld wirds sicher sehr lustig.
- Im Mai überlegt der Pfadsucher den Bödefelder Hollenlauf anzugehen. Ist aber noch nicht fix.
- Im Juni kommt dann der STUNT100 im Leinerbergland. Einer der schönsten Läufe 2016 wie der Pfadsucher findet. Das tolle daran ist, dass wir den alten Mann Helmut reaktivieren, von seinem dritten Start überzeugen und zum Kampf um sein drittes Finish motivieren konnten. Auf zwei Sternen kann man ja bekanntlich nicht stehen. Oder so. Das wird sicher ein Fest. Ob mit oder ohne Finish.
- Im Juli dann schließlich der Kölnpfad. Vom lieben Tom organisiert, der uns mittlerweile ein Freund geworden ist. Auch dort werden wir sehr viele gute Freunde treffen und sicherlich eine sehr harte aber auch schöne Zeit haben.
- Zwischendrin hat der VPsucher noch zwei schöne Gruppen/Etappenläufe zu absolvieren, über die er sicher selbst zu gegebener Zeit noch mehr schreiben wird. Der Pfadsucher schont sich in diesen Zeiten lieber. Da hätten wir einmal den Rheinsteig-Erlebnislauf Mitte April für den guten Zweck (wo er sogar Mitorganisator ist) und den Lauf über den Eifelsteig, der von Helmut organisiert wird Anfang Juni.
Und das wäre nur das erste Halbjahr. Über den Rest des Jahres gibt es zu gegebener Zeit mehr Infos. Wir haben also einiges vor und Ihr werdet bald wieder von uns lesen, wenn Ihr mögt.
Der Pfadsucher hat sich auch dazu entschlossen nach zwei mageren Wochen (30 und 50 km) wieder etwas ernsthafter zu laufen. Als er bei perfektem mAMa Wetter heute durch den Aachener Wald geschwommen ist, kam ihm die Idee, dass es Zeit sein könnte bezüglich des mAMa´s in den nächsten Tagen mal eine Ankündigung zu machen. Wir wollen Euch ja nicht unendlich im Unklaren über die Zukunft des mAMa´s lassen. Stay tuned!
We proudly present to you: mAMa_2017.gpx (Spaß)
Es ist vollbracht. Wir haben uns endlich entschieden. Auch wenn uns schwer gefallen ist und wir noch 20.000 Alternativen im Kopf haben – der finale Track ist nun online. Leider hilft euch das nicht. Aber es ist doch ein beruhigendes Gefühl, nicht? Man beachte die Details:

Zwei Sachen stehen fest: Freihandzeichnen auf OSM-Karten fühlt sich noch immer komisch an und wir haben noch genug Material und Ideen für mAMa_´18-´48.
Bis Samstag!

Dear mAMa,
you should know you´re beautiful just the way you are!
Wir haben an dir rumgeschraubt, alles gegeben um dich weiter zu verbessern. Wir finden bei jedem Ablauf noch weitere Ecken und Kanten, Wurzeln und Bäche, Schlammfelder und Zäune, Ruinen und Abgründe an dir. Und auch wenn du dein Antlitz pünktlich zu unserer letzten Erkundungstour unter Puderschnee und steinhartem Boden verborgen hattest – es ist vollbracht. Du hast uns krabbeln lassen, in die Knie gezwungen und uns einen harten Kampf geliefert. Wir sind uns halbwegs einig, welche Strecke deine dritte Ausgabe am 04.02.2017 haben wird. Und wir sind sehr zufrieden. Wir trauen uns die Strecke als Ganzes nicht mehr zu, sondern laufen nur noch Teilstrecken – ein gutes Zeichen! Unsere Freunde haben wir alle eingeladen, wird ne tolle Party! Auf bald!
Die eisige Eifel und der Biber
Jedes NEUe Jahr bringt direkt am zweiten Sonntag eine nette (argh…) Tradition in die Nordeifel. Eine überdurchschnittlich vernünftige Teilmenge vereinsamter und mehr oder weniger erfahrener Ultraläufer der näheren Umgebung versammelt sich um 09:00 Uhr in der Früh auf dem Annakirmesplatz in Düren. Empfangen vom Ein-Mann-Organisationsteam bestehend aus 3 Personen (unserem Organisator und Dompteur sowie zwei liebe Menschen, die sich gern den Tag mit Autofahren und Kaffee ausschenken um die Ohren schlagen), geht es pünktlich auf die altbewährte 56 km-Strecke. Diesmal gab es ob des Eises auf der ersten Hälfte der Strecke mal wieder spannende NEUe Bedingungen. Alle insgesamt 13 NEUlinge hatten gehörigen Spaß in den Eishängen der NE. Bis auf einen. MacGuyver (aka. der Flussläufer) bastelte sich schnell aus Teilen seiner Ausrüstung Schneeketten für die Trailschuhe und minimierte damit sein Rutschvergnügen beträchtlich. Die zweite Hälfte der Strecke war dann meist eisfrei und auch der Nieselregen vom Vormittag verzog sich. Die wie immer fantastische Betreuung ließ das Laufen einfach vom Fuß gehen. Fast wähnte man sich bei einem dieser sich der Serviceverbesserung verschriebenen, dem Trailrunning-Hype folgenden Schickimicki-Fun-Extrem-Hindernis-Spektakeln. Ne, Scherz.
Sonst ist das Schöne am NEU die Gelegenheit mit vielen höchst unterschiedichen Leuten einmal ausgiebig zu reden, zu fachsimpeln, zu planen und zu genießen. Über die Jahre gewinnt man natürlich auch eine etwas NEUe und entspanntere Sichtweise auf die Dinge, die bei einem 56 km-Lauf im Winter passieren könnten und das erhöht den Genuss eben dieser Dinge, dem Kontakte pflegen, dem NEUe Kontakte aufbauen, dem Freundschaften vertiefen und dem Genießen einfach dort draußen im eisigen Nebel der NE unterwegs sein zu können ungemein.
Verbeugen und bedanken wollen wir uns vor Stefan samt Familie für den Lauf und die Betreuung – einmalig super, für uns schon zum vierten Mal. Wir freuen uns auch besonders mit dem Teil des LTB Aachen der uns beide begleitet hat und für den es die erste Berührung mit einem Event dieser Art und in einem Fall auch der weiteste Lauf jemals gewesen ist. Chapeau!
Bilder von uns gibt es hier und hier. Bilder von Stefan hier und natürlich sein wie immer famoses und sehr empfehlenswertes Video inkl. Bonusmaterial von Justin dem Biber.
Das NEUe Jahr hat jedenfalls sehr gut angefangen.
Frohe Weihnachten!
Einen Bericht haben wir uns noch aufbewahrt. Den vom 04.12. zum Winterlauf in Aachen. Wie immer standen die Busse bereit um die Läufer vom Chorusberg zum Start zu fahren. Auf dem Weg zum Bus müssen wir ärgerlicher Weise falsch abgebogen sein. Naja. Schade, dass wir nicht in vollen und viel zu warmen Bussen mit beschlagenen Scheiben den Weg hinter uns bringen konnten. Stattdessen haben wir zu viert das gesehen:
Tragisch. Vor den 18 km Winterlauf war natürlich umziehen Pflicht – damit der Verlaufer gekonnt überspielt werden konnte. Gut dass wir mit der Crew um Donald & Daisy dieses Jahr an ihrer Winterlaufaktion teilnehmen durften: mit Säcken voller Schokolade für die Kids am Streckenrand und die Streckenposten sowie das Rettungspersonal! Wunderbare 18 km in 2:17 h mit viel Spaß und vielen glücklichen Kids. Festzuhalten bleibt noch, dass es relativ warm wird unterm Plastikmantel.



Wir wünschen euch ein frohes Fest und einen guten Rutsch. Geht im Zweifel raus in die Natur. Gibt nichts was besser ist. Wenn ihr weit genug rein lauft ins Schlamassel sehen wir uns vielleicht. In diesem Sinne: bis nächtes Jahr!

Ein paar dieser Fotos in diesem Beitrag gehen auf Xiabingqing Wu´s fotografische Kappe – Danke sehr!
24 uur op de atletiekbaan – LangsteNachtLoop
Das war dann also der letzte Streich für 2016. Samstag Morgen angereist in das 3 Stunden entfernte Santpoort-Noord und dort erst einmal die Gegend des Laufs erkundet. Viel zu tun war da diesmal freilich nicht. Ein Blick und alles war klar. Eine höchst vielseite Leichtathletik-Anlage mit dem absoluten Highlight bestehend aus einer 6-spurigen Tartanbahn. Unser Zuhause für die nächste Zeit und vor allem für die Dauer des Wettkampfs von Samstag 12:00 bis Sonntag 12:00 Uhr. Versammelt hatten sich knapp 40 24h-Läufer zu einer sehr besonderen Veranstaltung.
Läufe mit bzw. gegen die Uhr sind an sich speziell, auf einer Tartanbahn wird das auf die Spitze getrieben (nicht unbedingt im schlechtesten Sinn). Gelaufen wurde auf den Bahnen 4-6, Bahn 4 mit ihren 422 Metern war dabei die Maßgebende. Jeder/s Läufer/Betreuer/Team hatte auf bereit gestellten Tischen und Stühlen in einer der Kurven die Möglichkeit die Eigenverpflegung aufzustellen. Sah dann aus wie Flohmarkt.
Bestehend aus Essen, flüssigem Essen und Getränken aller Art. Kurz nach, bzw. kurz vor dieser Essenskurve (je nach aktueller Laufrichtung) stand das Verpflegungszelt der Veranstalter. Die maximal längste zu überwindende Distanz bis zum nächsten Essen waren also ca. 360 Meter gefolgt von einer annehmbaren Durststrecke von ca. 40 Metern. Immer im Wechsel. Alle zwei Stunden wurde die Laufrichtung gewechselt. Klingt vielleicht wie ein lustiger Scherz, macht aber durchaus Sinn.
Gestartet wurde pünktlich um 12 Uhr am Samstag (alle wollten schließlich endlich ans Buffet). Über die Schwierigkeit und das Laufen an sich auf einer gut gepflegten Bahn braucht nichts gesagt zu werden. Dazu hatten wir noch Temperaturen über Null, kaum Niederschlag und keinen Wind. Es war der Lauf ohne Ausreden. Auch das klingt banal – ist es aber ganz und gar nicht. Die ersten Stunden vergingen und alles war gut. Von der Betreuer Familie eines anderen Läufers wurden wir aufgrund von Struppis Nikolausmütze eine zeitlang jede Runde mit: „Papa Noël!“ angefeuert. Das war klasse.
Charakteristisch für den Längste-Nach-Lauf war natürlich die früh hereinbrechende Dunkelheit. Leider hatte der VPsucher zu diesem Zeitpunkt schon Probleme mit seinem Bewegungsapparat und hat vernünftigerweise die Nacht pausiert um am Ende in den paar wieder hellen Stunden am Morgen den Doppelmarathon zu vollenden. Der Pfadsucher war fest entschlossen sich und vor allem mal seinen Kopf auf die Probe zu stellen. Eine bessere Gelegenheit und eine einfachere Aufgabe gibt es einfach nicht.
Vorher kam öfter die Frage nach dem „Warum?“ auf, auch ich selbst habe mir dazu ein paar wenige Gedanken gemacht. Ich denke es ist Neugier. Neugier darauf was wohl passieren wird. Und Freude. Freude auf diese besonderen Stimmungen und die besonderen Menschen die nur bei recht ungewöhnlichen und anstregenden Veranstaltungen anwesend sind. Während des Laufs sind solche Gedanken nicht da und das ist enorm wichtig. Mit dem Beginn der Nacht habe ich angefangen Musik zu hören und das tat sehr gut. Lange habe ich mich nicht mehr so sehr auf die Musik konzentrieren und mich in ihr verlieren können wie in diesen Stunden am Samstag Abend. Zwischen Kilometer 50 und 80 lief es auch für meine Verhältnisse sehr gut. Das scheinen die Distanzen zu sein, die wirklich langsam überschaubar und kontrollierbar werden. Danach wurde es deutlich härter. Die Richtungswechsel waren immer etwas, das die endlose Zeitspanne in schönere 2-Stunden-Intervalle eingeteilt hat. Eine Stunde nach dem Richtungswechsel gut laufen und dann den Countdown bis zum nächsten Richtungswechsel als Motivation nehmen. Irgendwie dranbleiben. Sich vorstellen wie schön es doch ist mal wieder in die andere Richtung zu laufen. Die Pausen wurden zwar länger, der Einstieg danach nicht leichter, aber ganz langsam tat sich noch etwas auf dem Kilometerzähl-Bildschirm. Dann kommt die Phase wo die zwei Stunden bzw. die zwei mal eine Stunde viel zu lang sind. Die Wettkampfstunden 12 bis 18 waren es dann 10 km-Intervalle, die der Einfachheit halber in zwei 5 km-Intervalle eingeteilt wurden. Da das eine krumme Rundenzahl bedeutet hätte: 4 km-Intervalle. 10 Runden. Alles beschränkte sich auf 10 Runden. Das ganze Denken darauf ausgerichtet. Zwei weiße Striche, dazwischen der eine Meter Bahn 4 und dann von 10 runterzählen. Danach kurz Trinken und Essen. Ein paar Runden ohne Zählen dazwischen mogeln (die Pause war ja gerade erst vorbei), dann wieder von 10 runter Zählen. 8 km zählen, zwei dazwischen mogeln. 10 km fertig. Kurz rein ins Warme. Kurz setzen. Wieder raus auf die Bahn. Ein wenig zählen. Es war eine lange Nacht. Wie ein komisches Spiel ohne Sieger, bei dem Aufgeben trotzdem nicht ok ist. Irgendwann morgens war Struppi wieder da. Ist ein bisschen gerannt wenn ich gegangen bin und hat mir sonst beim Zählen geholfen.
Es war schön wieder „zu zweit“ zu sein. Ein wenig unterhalten. Meist unendlich langsam nebeneinader herlaufen. Obwohl des Pfadsuchers heimlich gehegter Wunsch vor dem Lauf die 100 Meilen waren, traute er sich nicht zu hoffen bis ca. 140 km gelaufen waren. 20 km konnte er dann denken. Mit Struppis Hilfe und seinem etwas ausgeschlafenerem Kopf fiel das Zählen und Rechnen leichter. Irgendwann waren es noch 3 10er Packs und irgendwann gegen Ende der 23. Stunde war es vollbracht. Dann kam die letzte Stunde. Ein ausserordentlich schönes Gefühl zu wissen, dass es nur noch um Minuten geht. Alle Mitläufer nochmal anfeuern, selbst noch ein wenig bewegen, die Stöckchen für die Restmetervermessung entgegen nehmen und dann kommt das Signal. Ein unbeschreiblicher Moment. Vorbei. Stehen bleiben und nicht mehr loslaufen müssen ist alles was zählt. Reines Glück.

Es wird so viel von diesem Wochenende in Erinnerung bleiben. Wir waren Gäste bei einem wundervollem Orga-Team auf einer sehr schönen Anlage und bei einer tollen Veranstaltung (die leider zum letzten Mal stattgefunden hat). Wir durften mit ansehen zu was für fantastischen Leistungen die Leute die ernsthafter Laufen fähig sind, welche Leidensfähigkeit sie besitzen, wie genau man planen kann und muss um sich bereit zu machen für einen 24h Lauf. Wie all diese schönen Pläne auch bei sehr guten Läufern scheitern können und wie andere dafür den Lauf ihres Lebens haben und über die Bahn fliegen als wären 200 km ein Leichtes. Der niederländische Rekord der Damen über 24 Stunden wurde von der Gesamtsiegerin nur um 1 km verfehlt. Besagte Gesamtsiegerin und der zweite der Herren konnten bei der Siegerehrung nur durch 2 Personen gestützt ihre Preise entgegen nehmen. Das zeigt gut wie viel sehr viele der Anwesenden investiert haben.
Ein großes Danke geht an alle Organisatoren und alle Helfer. Die Unterhaltungen zwischendurch, das Scherzen, das Lachen – es macht alles so viel einfacher. Schön, dass wir eure Gäste sein durften.
Während des schmerzhaften Wegs zum Auto ein letzter Blick auf die Bahn. Schon eine Stunde danach wirken die 393 1/2 (166,171 km) Runden für den Pfadsucher unendlich weit weg. 393 mal an der Uhr vorbei, 393 mal am Dixi Klo mit seinem unverwechselbaren Geruch. Es sind die kleinen Dinge die bleiben. Und ich bleibe dabei: rechtsrum war schneller als linksrum!

Sisyphos für einen Tag: Noch rollt der Stein.
In seinem 1942 erschienen Essay Le mythe de Sisyphe oder zu Deutsch Der Mythos des Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde beschäftigt sich Albert Camus mit der Absurdität des Seins. Dieses Absurde entsteht für ihn durch das (wir nehmen an dieser Stelle dankend die Formulierung des deutschen Wikipedia-Artikels) Spannungsverhältnis zwischen der Sinnwidrigkeit der Welt einerseits und der Sehnsucht des Menschen nach einem Sinn bzw. sinnvollem Handeln.
Für Camus gibt es drei aufeinander folgende Stufen der Absurdität:
- ihre Erkenntnis,
- ihre Annahme,
- die aufbegehrende Revolte.
Dabei kann der Mensch sich erst in der aufbegehrenden Revolte selbst verwirklichen und somit zur Freiheit finden. Hier sieht Camus dann die Figur des Sisyphos, dessen Tun gerade in seiner äußersten und beharrlichen Sinnlosigkeit als Selbstverwirklichung erscheint. Darin, so Camus, besteht die verborgene Freude des Sisyphos:
Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. […] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf.
Während der Kalendertag sich nun dem Ende entgegenneigt, stecken wir noch immer in der Rolle des Sisyphos. Sein Stein ist unser unser VP. Jedes Mal, wenn wir gerade aufgegessen haben, sind wir auch schon wieder dort. Wir haben es uns so ausgesucht.
Noch rollt der Stein.
Wenn Du, lieber Leser oder liebe Leserin, in dieser langen Dezembernacht an uns denkst, dann folge einfach Camus und freue dich mit uns:
Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.
In diesem Sinne: Gute Nacht!

(Die deutschsprachigen Zitate von Camus stammen jeweils aus Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos, deutsch von Vincent von Wroblewsky. Rowohlt, Reinbek 2000; das Bild zeigt die Sisyphos-Darstellung Tizians)














































