Die halbe Rur

Der Plan war elegant. Mal wieder einen Fluss ablaufen. Dieses Mal hatten wir uns die Rur ausgesucht. An sich ist der Fluss ca. 164 km lang, hatte der Track ca. 177 km.

 

Start war am Samstag um 09 Uhr. Was am Samstag Morgen in Aachen noch wie eine sehr dünne Schneedecke aussah, entpuppte sich 500 m höher im Hohen Venn als durchaus winterlicher Bodenbelag. Die ersten 40 km durch Monschau nach Einruhr waren daher auch sehr kräftezehrend. Was als Radwege mit Asphalt für ein einfaches „Rollen lassen“ geplant war, präsentierte sich als tief verschneite, knubbelige und teils gut vereiste Wege.

Aber dafür war das Wunder der Landschaft gerade auf den ersten km und den Wegen im Hohen Venn unwahrscheinlich atemberaubend. Da die Wege kaum zu erkennen waren dort oben, waren wir auch mehr oder weniger freiwillig sogar zweimal sage und schreibe auf der Rur unterwegs. Das Eis hat getragen.

Zu sechst gestartet, lichtete sich das Feld geplant wie ungeplant recht schnell. Vom geplanten Track sind wir ob der Bedingungen auch das ein oder andere Mal abgewichen – immer auf der Suche nach etwas laufbareren Wegen. Super verpflegt wurden wir auch noch. Alex und auch Stefan haben sich aufopferungsvoll um uns gekümmert und haben uns so das Laufen sehr erleichtert. Versorgt wurden wir bei km 40, 60, und ab da alle 5-7 km! Genial – vielen Dank euch beiden! Ein Königreich für einen warmen Kaffee und viele Leckereien. Darüber hinaus hat Alex die Etappenläufer versorgt und sogar bis nach Aachen gefahren – ganz stark!

Ab km 60 waren aus den sechs Startern zwei geworden und es war dort schon klar, dass es dann keinen Ansturm auf Roermond geben würde. Es hätte für den Pfadsucher bedeutet ab km 90 (Düren) alleine Richtung Roermond weiter zu machen. Das erschien nicht sehr clever und ob der zunehmenden Glätte auch wenig sinnig. Die vergangenen Wochen mit wenig Kilometern und einer dicken Erkältung ließen die Vernunft endgültig gewinnen. Damit wurden die letzten 30 km nach Düren dann zu einem überschaubaren Countdown, auch wenn wir das Tempo dann doch noch so nach oben angepasst bzw. gehalten haben, dass der Einlauf in Düren am Ende eine große Erlösung war.

Dem Nationalpark-Infopunkt in Zerkall haben wir dann aber doch noch Hallo gesagt – zu viele schöne Erinnerungen rund um den PussyRun verbinden uns damit.

Nationalpark Infopunkt Zerkall – PussyRun Headquater

Ab in den Zug nach Aachen und gut ist.

93 km in 13:18 h sind doch auch ein schöner Trainingslauf. Roermond läuft uns ja nicht weg. Eine laue Sommernacht sollte es dann etwas einfacher machen die Rur zu bezwingen – wir kommen wieder. Danke an alle Mitläufer, besonders an Desiree für die letzten 30 km und an unsere Edelsupporter Alex und Stefan!

Stefan hat sogar ein Video von unserem Rur-Versuch gedreht! Sehr schön!

 

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About Running

Mit der Zeit verändert sich der Blick auf das Laufen.

Langsam verblassen in der Erinnerung die bangen Stunden vor den ersten langen Distanzen; die Sorgen um das „ist es überhaupt möglich“, um das „an was muss ich alles denken“. Das bedeutet keinesfalls, dass eine saubere Planung für manche Touren nicht auch heute noch essentiell ist und mit viel Sorgfalt begangen wird. Aber es ist weniger hektisch. Die Handgriffe sind routiniert. Der Schrecken der durch äußere Unwägbarkeiten oder individuelle Fehler schnell präsent sein kann, hat etwas an Kraft verloren.

Es ist beim Laufen ein Tempo (wenn auch ein eher gemütliches) und eine Einstellung gefunden, die ein Gegengewicht zu dem körperlichen und seelischen Stress bildet, der mit einem sehr langen Lauf zwangsläufig einhergeht. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. In diesem Wohlfühlbereich lassen sich auch lange Distanzen laufen, ohne weit über die gefühlten körperlichen Grenzen gehen zu müssen. Die Regenerationszeit verkürzt sich auf ein Minimum verglichen mit dem, was früher zu erdulden war. Der Tag nach einem 100 km-Lauf ist vom Gefühl her meist schon wieder laufbar. Auch wenn der Drang danach nicht zu groß ist – die seelische Erschöpfung ist nach wie vor vorhanden.

Laufen auf den langen Strecken bleibt ein Bewegen zwischen den Welten. Obwohl manche Distanzen zu Beginn unfassbar weit und unerreichbar scheinen – so ist doch auch irgendwo im Hinterkopf die Gewissheit, dass es gehen könnte. Obwohl die Nächte noch immer endlos sind, wächst ein Vertrauen, dass doch sehr oft die Sonne tatsächlich wieder aufgehen könnte. Es klappt nicht jedes Mal, aber es hat dann doch auch schon einige Male geklappt.

Das Erreichen des Ziels bei lange Laufen ist und bleibt ein Drahtseilakt. Man ist doch immer ein Stück gefangen zwischen guten und schlechten Tagen, guten und schlechten Strategien und Entscheidungen – sowohl in der Vorbereitung als auch im Rennen selbst. Wenn man sich aber für einen Moment auf den Boden legt (wörtlich nehmen sollte man dies nur bei Läufen im Sommer – besonders hervorragend funktioniert dies mit guten Freunden auf dem Külf beim STUNT100) und sich dieses Seil etwas genauer anschaut so sieht man, dass es tatsächlich nicht mehr so dünn erscheint wie es zweifelsohne am Anfang der ganzen Lauferei mal erschien. Es ist zusammengesetzt aus vielen kleinen Fasern, die helfen können Vertrauen in die eigene Kraft und das eigene Leistungsvermögen aufzubauen. Es scheint fast mit jedem absolvierten Balanceakt ein wenig stabiler zu werden. Jede positiv getroffene Entscheidung stärkt, jede negative Situation hilft in mindestens gleichen Maße für die Zukunft. Viel mehr als bei kürzeren Distanzen hilft die so gesammelte Erfahrung und macht zu einem nicht zu unterschätzenden Teil in den entscheidenden Momenten den Unterschied zwischen Scheitern und Ankommen aus.

Viele Ultraläufer berichten vom endlosen Glück, welches hinter dem Schmerz liegt. Von purer Freiheit und dem reinen Flow nach der absoluten Erschöpfung. Davon, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach wieder möglich ist, es laufen zu lassen. Diesen Punkt hat der Pfadsucher noch nicht wirklich gesehen. Vielleicht kommt der Moment eines Tages. Und falls nicht, so tröstet die Gewissheit, dass selbst die längste und schwerste Nacht irgendwann einmal weichen muss und dass der Morgen danach umso schöner sein wird.

Version 2

„The day you stop racing, is the day you win the race“ Bob Marley

´A walk in the park´- DCURbN 2018

I am not exactly sure about that ´walk in the park´-thing. It is correct that we walked some parts of the track – but this park? I mean, seriously? A bit huge for a park in the Netherlands, or? Maybe I just got it wrong? One does always come back with more questions from the Dutch Coast Ultra Run by Night then there were before the run.

Jacky and me took the train from Aachen to Den Helder – tradition is tradition. The whole dutch coast ultra runners arrived and many hands were shaken. When you sign up for such a race for the third time in a row you know a lot of people. Such a nice and warm welcome :). Thank you dutch coast ultra family :)!

One can not say it too often: special thanks to Ferry, Rinus, Ron and all the other helping hands – you do organize a great race and judging the FB reactions I am not the only one with these feelings! When I understood it correctly: there is even a chance for a 2019 edition – perfect. Before the race I was afraid that it might be the last torture this year.

Marc, who thought would run his first ever 75k run, arrived together with his supporter Axel from the north of Germany. The three of us decided to run together as long as it would work out. At 10 o’clock in the evening the race started in Den Helder. I think I don’t have to describe the route too much, as there are plenty of information about that already posted on this blog here, here, here and here. It turned out that our group worked perfectly. We found a pace comfortable for all of us and really enjoyed this perfect night. The conditions were easy: no wind, half-moon, nothingness… We ran for hours at the beach without any light necessary, talking, thinking, laughing and being really tiny at this endless beach. At one point the moon decided to take a bath in the ocean… Some attempted to join our trio, but with most of them the pace didn’t match for a longer time. Especially this one was pretty lazy…

DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km1

After 5:40 hour we arrived at the first real checkpoint at km 50. We enjoyed some minutes in the warmth, had coffee and tea, met Axel and finally decided to continue.

A bit slower we continued with the second part of the race: km 50 to 75 with the long period running in the orange colored habor of Ijmuiden. Always strange to run there. Never sleeping, ever glowing, always under construction – feels like a different planet.

During the last kilometres on our way to checkpoint km 75, Marc did something strange. As if the spirit of the run changed him: he decided to upgrade. Maybe he thought first-time-75-in-his-live would sound even nicer with a 100 in there?! Who knows. With Axel switching from supporting to running and some other racers joining and leaving again we did the last 25k – aka the dunes – in a pack of 5-7 runners.

It was beautiful, stunning, amazing, exhausting, demanding, difficult, hard, never ending, scratchy and it was wet:

DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km10DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km11DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km12DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km13DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km14DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km15DutchCoastUltraRunbyNight.Beach.Dunes.Sand.Ultra.Coast.100 km16

Thanks again Ferry: especially the changes during the last kilometres of the race made us laugh and cry at the same time – amazing selection!

As in 2016 and 2017 it took almost all given time (13:51 h out of 14 h time limit) to finish the Dutch Coast Ultra Run by Night (and day). Although the weather sticked to the ´walk-in-the-park´ motto of this years edition – it remains a challenge to finish. But we made it. And we made it together. It was the third official 100k for Jacky, it was Marcs first 100k ever. And he did it just like that and out of nothing. Not a single complaint. Impressive! His longest distance before was 60something. I still wonder what made him continue at the lovely breakfast location aka km 75/finish.

For me it was DCURbN #3. I did it in 13:01, 13:50 and now 13:51 hours in 2016, 2017 and 2018. Looks like I might not be able to do it a fourth time within the 14 hours time limit…

We will see.

Dutch Coast Ultra Run by Night #3

Lets do a quick check:


Contra:

  1. I mean, do I really have to list all of these things? It is kind of obvious…
  2. It is cold and dark.
  3. There are 60k of sand. Followed by 15k on empty streets and through an orange-colored harbor. Followed by the most horrible thing: 25k in the dunes.
  4. Those lights on the horizon one will never reach.
  5. The great feeling checking your GPS after what felt like 1 h of constant running and then realizing that only 4 minutes have passed.
  6. The very few buildings on the beach telling you to come in and have a brake and that it is anyway insane to continue.
  7. The overwhelming loneliness during this long winter night.
  8. Already finished it twice – enough is enough.
  9. The happy faces of the 50k finishers.
  10. The happy faces of the 75k finishers.

Pro:

  1. That moment around km 97. After ages of running up and down and up and down and up and down through the dunes, mentally and physically broken and  completely exhausted one finally reaches the ocean for the last time. Meanwhile daylight is back and one just stands there on top of that very last dune. Amazed and impressed. In that one second everything else is less important. Overwhelmed by the vastness and the power of this spot. (Well, after that amazing moment one has to walk down, battle through more 2-3k of sand and 1-2k of bike path to finally finish that beast called DCURbN.)

Ok – that really helped a lot! See you on Friday in Den Helder!

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LEO180 2017 – ***LIVE***

Live-Tracking: http://leo190.legendstracking.com/

Time to accept, time to adapt, time to slow down. 191 km – most of it in the middle of nowhere. 10 runners, 1 aid station. It will be unique and almost impossible.

„I know. It’s all wrong. By rights we shouldn’t even be here. But we are. It’s like in the great stories, Mr. Frodo. The ones that really mattered. Full of darkness and danger, they were. And sometimes you didn’t want to know the end. Because how could the end be happy? How could the world go back to the way it was when so much bad had happened? But in the end, it’s only a passing thing, this shadow. Even darkness must pass. A new day will come. And when the sun shines it will shine out the clearer. Those were the stories that stayed with you. That meant something, even if you were too small to understand why. But I think, Mr. Frodo, I do understand. I know now. Folk in those stories had lots of chances of turning back, only they didn’t. They kept going. Because they were holding on to something.“

LOTR

For updates, fotos, etc. – check the FB-page: https://www.facebook.com/LEO180mm/

STUNT100 2017 – der Weg zum zweiten Stern

Wir sind dann mal unterwegs beim STUNT100.

Wir freuen uns schon sehr darauf. Der Lauf wird geprägt sein von viel einsamer Zweisamkeit, vor allem aber durch ein super Team am Sportplatz und am Wegesrand. Alle paar KM werden wir wieder empfangen werden als gehörten wir zur Familie. Irgendwann kommt der Punkt an dem wenig gehen wird. Aber in diese Momenten läuft man dann nicht nur für sich, sondern auch für die Menschen, die am nächsten VP warten und sicher traurig wären, wenn man nicht mal auf ein kurzes Gespräch vorbeikommt.

Wir sind vorbereitet:

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Leider ist Frank dieses Mal nicht dabei – aber irgendwie wollten wir ihn doch mit dabei haben:

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Wir laufen den einfach für dich, lieber Frank.

Auf Live-Updates von uns unterwegs möchte ich verzichten – das Internet im Wald… Und außerdem soll man sich ja auf die Sachen, die man so tut, voll und ganz einlassen. Wird auch sicher nötig sein!

Hier wird es ein paar Live-Updates vom Veranstalter geben!

Auf bald!